Interview mit Susanne Oswald

Liebe Frau Oswald,

herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen um die Fragen der Leser zu beantworten.

Sehr gerne, ich freue mich über das Interesse.

Ihre Vita klingt schon sehr interessant. Von Senfmanufaktur über Heilpraktikantin bis zur Schriftstellerin. Was beschäftigt Sie am meisten und wie bringen Sie diese verschiedenen Herausforderungen unter einen Hut?

Als Heilpraktikerin arbeite ich nicht mehr. Die Naturheilpraxis habe ich Ende 2009 geschlossen. Jetzt gebe ich mein Wissen und die Erfahrung in diesem Bereich über meine Sachbücher weiter.

Die Senferia ist das Geschäft meines Mannes, da arbeite ich überwiegend im Hintergrund mit und erledige den Bürokram. Manchmal gehe ich auch mit zu Terminen, das ist dann immer eine gute Gelegenheit, mal vom Schreibtisch wegzukommen.

Meine Hauptarbeit ist das Schreiben.

Ich mag Abwechslung und kann mir die meiste Arbeit frei einteilen, von daher ist es gar nicht so schwierig, alles unter einen Hut zu bringen.

Haben Sie selber Kinder in Franzis Alter?

Ich habe einen erwachsenen Sohn, aber eine große Familie mit vielen Neffen und Nichten – auch in Franzis Alter.

Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Weder noch. Ich liebe es zu schreiben und wenn ich eine Geschichte erzähle, dann gehe ich ganz darin auf – egal für wen ich sie schreibe.

Worin sehen Sie die größten Unterschiede beim Schreiben für die verschiedenen Altersklassen?

Meine Kinderbücher sind kürzer, das ist für mich der einzige Unterschied. Jede Geschichte muss den Leser erreichen, etwas in ihm zum Klingen bringen. Der Plot muss stimmen, die Figuren, die Entwicklung – das ist vom Alter des Lesers unabhängig.

Natürlich passe ich die Erzählstimme der Zielgruppe an, aber das geht automatisch. Ich erzwinge es nicht. Kinder und Jugendliche merken sehr schnell, wenn man sich um einen Ton bemüht, wenn die Figuren nicht authentisch sind.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Diese Frage habe ich schon oft beantwortet, deshalb zitiere ich mich einfach mal selbst:

Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden und habe aus dieser Zeit noch Märchen, die ich geschrieben habe. Während der Pubertät habe ich den Zugang zu diesem Traum verloren und ihn für lange Jahre vergessen. Ende zwanzig habe ich die Schreiblust wiederentdeckt und mit vierzig den Sprung ins Autorenleben geschafft.

 Haben Sie noch nicht veröffentlichte Manuskripte in den Schubladen liegen?

Jede Menge. Wobei es meist keine vollständigen Skripte sind, sondern Exposé und Leseprobe. Einige werden nie veröffentlicht werden und für manche ist der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen.

Wissen Sie noch, was in Ihnen vorging, als Sie Ihr erstes Buch in den Händen hielten und haben Sie dies besonders gefeiert?

Ich freue mich über alle meine Bücher, aber es ist doch ein emotionaler Unterschied, ob ich ein Sachbuch oder ein belletristisches Werk in Händen halte. Deshalb möchte ich hier von Emmi erzählen, meine erste Geschichte in Buchform.

Das war wie eintauchen in einen Eissee und tanzen auf glühenden Kohlen. Ich binzum Himmel geflogen und gleichzeitig in die Hölle meiner Ängste gestiegen. Mit einem Wort: Gefühlschaos.

Natürlich gab es Freudentränen und ich kann verraten: Es schläft sich himmlisch mit dem eigenen Buch unterm Kopfkissen.

Gefeiert habe ich dann bei der Premierenlesung, zu der befreundete Kollegen extra angereist sind. Das war unglaublich!

Nach Fertigstellung Ihrer Werke lesen Sie diese nochmal? Und sind Sie dann damit zufrieden oder gibt es immer wieder Stellen, die Sie ändern würden?

Es gibt immer die eine oder andere Stelle. Aber es sind bisher zum Glück immer nur Kleinigkeiten, mit denen ich ohne Bauchgrummeln leben kann.

 Woher nehmen Sie die Ideen und Inspirationen zum Schreiben?

Ideen liegen auf der Straße. Es sind kleine Begebenheiten, einzelne Worte, Momente … alles kann einen Impuls geben. Ich kann gar nicht genau erklären, wie das funktioniert. Manchmal ist da zuerst eine Figur und ich muss rausfinden, was sie für eine Geschichte mitbringt. So ging es mir bei Emmi.

Oder ich habe ein Thema, das ich unbedingt behandeln möchte und suche die passende Figur dazu – wo oder wie auch immer das abläuft, sie taucht früher oder später auf. Bei Franzi war es das Mädchen im Supermarkt, das mit seiner Mutter über Hühnerfleisch und Massentierhaltung diskutierte.

Neulich saß ich beim Augenarzt im Wartezimmer und hätte am liebsten sofort losgeschrieben, so viele skurrile Figuren sind mir da über den Weg gelaufen.

Können Sie angehenden Autoren einen Tipp geben, wie man am besten sein Manuskript in einem Verlag unterbekommt und veröffentlicht wird?

 Das ist schwierig. Natürlich ist es gut, wenn man sich die Verlagsprogramme anschaut , aber letztlich gehört jede Menge Glück dazu.

Ich habe mir eine Agentur gesucht und überlasse die Verlagssuche liebend gerne meiner Agentin.

Haben Sie schon einmal eine Auszeit vom Schreiben gebraucht und was haben Sie dann gemacht?

Bis jetzt noch nicht – höchstens mal ein paar Tage und die waren dann angefüllt mit Arbeit für die Senferia. Ich gehe jeden Tag mit meinem Mops Töps spazieren, dabei beschäftige ich mich zwar auch mit meinen Geschichten, aber es ist gleichzeitig auch ein „Luft holen“. Das genügt mir im Moment.

Gibt es einen Lieblingsplatz, den Sie fürs Schreiben bevorzugen?

Meistens sitze ich an meinem Schreibtisch. Von meinem Fenster schaue ich auf Kuhweiden und jede Menge Natur.

Ich würde auch gerne mal am Meer schreiben, vielleicht klappt es ja irgendwann.

Spielt Senf in einem Ihrer Bücher auch eine Rolle?

Bei meinen Emmi-Geschichten hat sich in beiden Bänden der Senf mit kurzen Auftritten reingeschlichen.

Welche Bücher lesen Sie selbst am liebsten?

Kinder- und Jugendbücher (von Fantasy bis Krimi), Frauenromane, Krimis, Sachbücher zum Schreiben …

Welche Bücher dürfen Ihrer Meinung nach in keinem Regal fehlen?

Da schaue ich einfach mal in mein Regal und überlege, welche Bücher mir besonders wichtig sind und in welchen ich immer mal wieder lese.

Kerstin Giers Müttermafia – abtauchen und die Seele baumeln lassen!

Harry Potter

Der kleine Prinz

Klaras Haus

Drachenreiter

Der Märchenerzähler

Die Reihenfolge ist willkürlich

Ich könnte noch viel mehr nennen, es gibt einfach unglaublich viele tolle Geschichten!

Gibt es schon ein neues Projekt an dem Sie arbeiten?

Im Frühjahr startet eine neue Reihe beim Thienemann Verlag / Planet Girl. Leider darf ich noch nichts verraten.

©Tine Schweizer

Die Gewinnerin des signiertes Buches ist Heidrun B.

Herzliche Glückwünsche!!!!

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One response to this post.

  1. Posted by Cappuccino-Mama on 18. August 2012 at 14:24

    Ich bin ganz aus dem Häuschen! D A N K E !!! So ein tolles Buch! Ich sag dann Bescheid, wenn das Buch bei mir angekommen ist. Adresse hatte ich ja schon mitgeteilt.

    LG,
    Heidi

    Antwort

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