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[Buchmenschen] 5 Fragen an… Jürgen Schulze

Würden Sie sich den Lesern kurz vorstellen?

Hallo, mein Name ist Jürgen Schulze. Ich bin Gründer, Lektor, Programmierer, Grafiker, Buchhalter, Rechtsberater und einziger Mitarbeiter des Null Papier Verlags aus Neuss. Man möge mir also verzeihen, wenn ich manchmal „wir“ statt „ich“ sage.

Welche Aufgabe haben Sie in ihrem Verlag und wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Ich habe mich auf gemeinfreie Klassiker spezialisiert, die mich auch selbst interessieren und begeistern. Ich scanne alte Bücher ein, kontrolliere sie, frische das Deutsch auf – für einige Bücher sogar bis in die neue deutsche Rechtschreibung – und oftmals suche ich noch nach Bildern und Grafiken, um mich gegen meine Bewerber abzusetzen.

Wie sind sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Reiner Zufall. Ich komme aus dem IT-Bereich. 2011 habe ich mir einen Kindle zugelegt und damit herumgespielt. Dann habe ich Max&Moritz und Grimms Märchen als Kindle-E-Book erzeugt und bei Amazon zum Verkauf eingestellt. Und als auf einmal Grimms Märchen auf Platz 1 war, wusste ich, das muss ich machen. Also habe ich meine Festanstellung aufgegeben und verbinde nun mein IT-Wissen mit der Liebe zur Literatur. Und es hat sich gelohnt. Grimms Märchen war 2011 das erfolgreichste Buch bei Amazon – noch vor Frau Roche und Steve Jobs’ Biografie.

Wie wirkt sich ihr Beruf auch auf ihr privates Leseverhalten aus?

Leider lässt mir mein Job nur noch wenig Zeit zum privaten Lesen. Das muss dann in den Urlaub verlagert werden. Ich fürchte, ich werde erst wieder als Rentner – oder sagt man nicht Privatier? – wieder zum entspannten Lesen kommen.

Sie reisen auf eine einsame Insel und können nur 3 Bücher mit in den Koffer nehmen. Was ist dabei?

Buch 1: Pippi Langstrumpf – immer wieder und immer noch

Buch 2: Herr der Ringe – nie über Seite 3 gekommen, vielleicht klappt es ja jetzt und ich werde den Erfolg endlich nachvollziehen können. Wenn nicht, Pech gehabt oder Buch 3 anfangen!

Buch 3: Floßbauen für Dummies.

©Tine Schweizer

[Buchmenschen] 5 Fragen an… Sandra Vogel

Würden Sie sich den Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Sandra Vogel und ich bin die „Piepmama“ des piepmatz Verlages. Ich betreibe meinen Verlag als Ein-Frau-Unternehmen seit knapp 2 Jahren. Natürlich habe ich auch viele fleißige freiberufliche Mitarbeiter, die mir ein wenig helfen. Durch die Ausbildung zur Grafik-Designerin kann ich vieles im Verlag selber erledigen, wie z.B. das Buchdesign und die Werbung.
Außerdem betreibe ich noch das Lesungsportal www.werliestwannwo.de, auf dem man kostenlos nach Lesungen in ganz Deutschland suchen und seine eigenen natürlich auch kostenlos eintragen kann. Hier sind schon einige bekannte Verlage wie der loewe Verlag, der Sauerländer Verlag und emons mit dabei.

Welche Aufgabe haben Sie in ihrem Verlag und wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Ich bin und mache eigentlich alles :-) ich betreue die eMails, lese Manuskripte, schreibe Zu- und Absagen, gebe Manuskripte ins Lektorat (das wird dann also nicht von mir gemacht), setze die Texte, gestalte das Buch (Cover, Umschlag, Satz), mache Werbung (Gestaltung von Lesezeichen, Postkarten, Lesungsorganisation, etc.), nehme Bestellungen entgegen, verpacke und verschicke die Bücher, kontaktiere Buchhandlungen, betreue den Facebook- und twitter-Account des Verlages, vertrete den Verlag auf Messen und und und :-)
Mein Arbeitstag beginnt um 9 Uhr, da schaue ich erstmal nach Facebook, twitter und den eMails. Dann kommen die neuen Bestellungen dran. Wenn diese verpackt sind, widme ich mich einem der anstehenden Projekte. Das sind nicht nur Buchprojekte. Als Grafikerin habe ich auch einige Grafikaufträge wie Website-, Logo-, Visitenkarten- und Briefbogengestaltungen, die mein zweites Standbein bilden. Zwei Mal im Jahr organisiere ich einen Poetry Slam bei mir in der Stadt, der auch sehr viel Arbeit bedeutet, jedoch auch sehr gut besucht ist. Feierabend habe ich eigentlich nie, ich versuche ihn mir dann je nach Auftragslage selber irgendwie “aufzudrängen” :-)

Wie sind sie zu Ihrem  Beruf gekommen?

Eigentlich wollte ich nach der abgeschlossenen Berufsausbildung zur Grafik-Designerin und der Berufserfahrung in Werbeagenturen den Weg in die Selbstständigkeit als Grafikerin einschlagen. Da meine Großeltern auch einen Verlag betreiben und ich in diesem schon oft mitgeholfen habe, fragten sie, ob ich ihn nicht übernehmen wolle, da sie ja auch nicht mehr die Jüngsten seien. Diesen Plan nahm ich dann in Angriff. Zwei Standbeine zu haben ist als Selbstständiger nie schlecht. Leider klappte die Übernahme des Verlages doch nicht wie gewünscht und ich änderte mein Konzept kurzerhand auf piepmatz Verlag und Design um.

Wie wirkt sich ihr Beruf auch auf ihr privates Leseverhalten aus?

Ohje, das ist ganz schlimm. Ich komme fast gar nicht mehr zu „normalen“ Büchern. Selber kaufe ich mir gar keine mehr, ich bekomme jedoch oft welche geschenkt. Mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wächst und wächst, sodass ich mir am Wochenende oft die Zeit nehme und mir ein privates Lesevergnügen gönne :-)

Sie reisen auf eine einsame Insel und können nur 3 Bücher mit in den Koffer nehmen. Was ist dabei?

Da ich Bücher selten zweimal lese, werden es wohl drei Bücher von meinem SUB sein, die ich noch nicht kenne und interessant finde ;-)

(Hör-)Buchmenschen – 5 Fragen an … Silvia Jonas

Würden Sie sich den Lesern kurz vorstellen?
Hallo mein Name ist Silvia Jonas und ich bin bei Audible für die Pressearbeit und für Social Media zuständig.

Welche Aufgabe haben Sie in ihrem Verlag und wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen?
Das Schöne an meinem Job ist die Vielfältigkeit! Am meisten Zeit verbringe ich momentan mit Social Media – vor allem die Artikel im Hörbücher Blog wollen gut geplant und geschrieben werden. Dann beantworte ich auf FB und Co täglich sämtliche Fragen, die Hörbuchfans so beschäftigen. Ich stehe aber auch mit den Hörbuchverlagen wegen gemeinsamen Social Media Projekten in Kontakt und betreue zusammen mit meinem Team das Rezensionsprogramm, wo Blogger und Journalisten Hörbuch-Rezensionen verfassen können. Zusätzlich bin ich auch für Kooperationen mit Magazinen und Zeitschriften  zuständig und versuche auch dort das Thema Hörbuch unterzubringen.

Wie sind sie zu Ihrem  Beruf gekommen?
Bevor ich bei Audible anfing, arbeitete ich in einer internationalen PR-Agentur, die sich auf IT-Unternehmen spezialisiert hatte. Da mein Studium aber eher den Schwerpunkt Kultur hatte, versuchte ich nach 4 Jahren Agenturjob einen Arbeitgeber zu finden, der Technik und Kultur verbindet, und so bin ich dann durch eine Stellenausschreibung zu Audible gekommen. Dort bin ich jetzt schon seit 5 Jahren.

Wie wirkt sich ihr Beruf auch auf ihr privates Leseverhalten aus?
Das Tolle ist, ich bin immer bestens informiert, was es Neues auf dem Bücher- und Hörbüchermarkt gibt oder noch besser, was bald erscheint. So wird meine Liste der Sachen, die ich unbedingt hören oder lesen möchte aber auch immer länger. Ich höre mehr als ich lese, das gebe ich zu. Hören kann ich über meinen MP3-Player auch auf dem Weg zur Arbeit, beim Putzen oder Kochen oder in anderen Situationen, wo ich kein Buch mitschleppen möchte. Aber wenn es draußen regnet und der Tee dampft, ist ein gutes Buch auf der Couch das Beste!

Sie reisen auf eine einsame Insel und können nur 3 Bücher mit in den Koffer nehmen. Was ist dabei?
Meisterwerke der Weltliteratur Band 15 (unbedingt mit Shakesspeare) – da hab ich länger was von, Léon und Louise – meine Entdeckung in 2011 und Stolz und Vorurteil von Jane Austen – All time favourite
Herzlichen Dank für das Interview!

©Tine Schweizer

Buchmenschen – 5 Fragen an… Christina Knorr

Wie angekündigt, werde ich dieses Jahr eine neue Rubrik auf TinesBücherwelt einführen. Nicht nur die Autoren sind an einem Buch beteiligt, sondern auch viele andere Menschen. Das Manuskript geht zum Lektor, nach dem Druck muss es beworben werden, später in den Handel zum verkaufen und viele viele Schritte mehr sind zu tun, bevor wir Leser es in den Händen halten. Mit „Buchmenschen“ möchte ich euch ein paar dieser Menschen hinter den Kulissen vorstellen.

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Würden Sie sich den Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Christina Knorr, ich bin seit nunmehr 3 Jahren Pressereferentin bei den EGMONT Verlagsgesellschaften. Dort betreue ich LYX und unser Jugendbuchlabel INK in der Öffentlichkeitsarbeit.

Welche Aufgabe haben Sie in ihrem Verlag und wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Zusammen mit meinen Kollegen überlege ich mir, wie wir das neue Programm unseren Lesern vorstellen und in welchen Kanälen wir welche Titel besonders bewerben wollen etc. Meine Arbeit besteht also aus viel Lesen, Recherchieren, Strategien entwerfen, Planen, Kommunizieren und schließlich dem Umsetzen der Projekte.

Wie sind sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Nach meinem Studium (Deutsch und Englisch) habe ich in München ein Verlagsvolontariat begonnen und mir so meine Vermutung bestätigt, dass ich auf jeden Fall im Verlag arbeiten möchte. Über eine Stellenanzeige bin ich dann an meinen jetzigen Job gekommen – es hat einfach gestimmt!

Wie wirkt sich ihr Beruf auch auf ihr privates Leseverhalten aus?

Dadurch, dass ich oft Manuskripte lese, kann ich viele Bücher schon „entdecken“ bevor sie offiziell erschienen sind, das ist natürlich sehr spannend! Außerdem lerne ich durch uns immer wieder neue Autorinnen kennen, die mir total gefallen – so wie bei LYX zum Beispiel Rachel Hawkins („Hex-Hall“-Reihe), bei INK Ilsa J. Bick („Ashes“) oder Em Bailey („Du denkst, du weißt, wer ich bin“). Dass ich mit den Autorinnen dann oft auch für Social-Media-Specials zusammenarbeite, ist natürlich erstrecht toll!

Natürlich lese ich auch noch jede Menge Bücher anderer Verlage, da bin ich meinem Lesegeschmack aus Teenager- und Unizeiten treu geblieben: ich mag schön erzählte Geschichten, die mich zum Lachen oder Weinen bringen und mich ganz in ihre Welt hineinziehen.

Gerade lese ich mich zum Beispiel wieder einmal durch die Stücke von Tennessee Williams, den ich sehr liebe. Besonders „A Streetcar Named Desire“ und „The Glass Menagerie“. Diese Geschichten machen mir richtig Lust auf die amerikanischen Südstaaten, so langsam wird es Zeit für einen Urlaub dort. Das denke ich mir aber ohnehin spätestens seit „True Blood“ ;)

Aus diesen beiden Fragen können Sie sich eine aussuchen…

Oh, die sind ja beide ähnlich unmöglich zu beantworten…aber aus meiner aktuellen Laune heraus…

a) Sie stehen in einer riesigen Bibliothek, in der alle Bücher dieser Welt vorhanden sind, und dürften 3 davon aussuchen, welche wären das?

b) Sie reisen auf eine einsame Insel und können nur 3 Bücher mit in den Koffer nehmen. Was ist dabei?

…“Das geheime Tagebuch der Carla Bruni“ von Silke Burmester zum Lachen, „Revolutionary Road“ von Richard Yates zum Weinen und „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Tracy Chevalier zum Schwelgen.

Herzlichen Dank für das Beantworten der Fragen! :-)

©Tine Schweizer

Christina Knorr auf der Buchmesse 2010