Posts Tagged ‘rowohlt’

Rezension – Sofie Cramer / Sven Ulrich ~ Herz an Herz

Herz an Herz

ISBN: 978-3-499-256653 Preis: 8,99 Euro 315 Seiten

Verlag: rororo

Kann ein guter Roman nur aus einem Briefverkehr bestehen? Ja, dies kann er wie die beiden Autoren Sofie Cramer und Sven Ulrich beweisen. Trotz, oder gerade weil es nur aus den persönlichen Briefen der beiden Protagonisten Berti und Sara bestehen, lernt der Leser diese beiden auf ganz anderem Wege kennen. Ihre Eigenschaften, ihre Stärken und Schwächen.

Ganz besonders schön finde ich, dass gerade die Anfangsphase aus realen Briefen besteht und aus dem Förmlichen Sie. Das ist in der heutigen Zeit ja nicht mehr so selbstverständlich. Dennoch wirkt es nicht altmodisch, sondern respektvoll.

Der Briefverkehr wirkt nicht aufgesetzt, sondern ehrlicher und offener, als es vielleicht beim Realkontakt auf die lange zeit passieren würde. Natürlich entwickeln sich die beiden genauso weiter, wie ihre schriftliche Beziehung. Es wird irgendwann passend zum Du und zu Emails, aberauch zwischendrin zum SMS Verkehr gewechselt.

Die Charaktere sind sehr stark und ausdrucksvoll. Kleine Schwächen werden ohne Scheu offenbart, genauso wie ihre Stärken. Die Gefühlswelt wird komplett abgedeckt und verständlich gemacht beim lesen. Von Brief zu Brief lernt man die beiden viel besser kennen. Natürlich geht es nicht ohne Missverständnisse, oder Schmerz ab. Aber die Wendungen sind immer wieder überraschend.

Obwohl es ein leichter kurzweiliger Roman ist, der wunderbar bei einem regnerischen Tag eingemummelt auf der Couch mit einer Tasse Tee zu lesen ist, ist es doch auch einer mit Tiefgang. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Gerade richtig!

Achja, den Klapptext kann man eindeutig als “Vorgeschichte” nehmen, denn erst danach fängt der erste Brief überhaupt an.

Sofie Cramer wurde 1974 in Soltau geboren, studierte Germanistik und Politik und Bonn und Hannover. Heute lebt und arbeitet sie als freiberufliche Drehbuchautorin in Hamburg. Nach ihrem Überraschungserfolg SMS für dich, der sich über 100 000 mal verkaufte, und “Was ich dir noch sagen will” hat sie nun einen Roman zusammen mit ihrem Kollegen Sven Ulrich geschrieben. Sofie Cramer schreibt unter Pseudonym, weil sie auch persönliche Erfahrungen mit einfließen lässt

Im August erscheint ihr neuester Roman: Der Himmel über der Heide

Sven Ulrich, geboren 1965 in Berlin, hat an der Hochschule für Fernsehn und Film in München studiert und für zahlreiche Fernsehsender und Produktionsgesellschaften gearbeitet. Heute schreibt er Drehbücher für verschiedene TV-Formate. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
©Tine Schweizer

Neu im Regal heute

Soeben hat mir mein Sohnemann die Post reingebracht und wie mein Bücherherz sofort erkannt hat, waren natürlich 2 Umschläge voller Bücher mit dabei. Ich finde, das ist jedesmal wie Weihnachten, selbst wenn man weiß, was drin ist.

Heute angekommen ist

aus dem PAN Verlag

Thomas Thiemeyer – Das verbotene Eden – David und Juna

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den “dunklen Jahren” leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nicht scheint undenkbarer und gefährlicher als die Liebe zwischen der 17-jährigen Krigerin Juna und dem jungen Mänche David. Doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer.

Auch Rowohlt hat wieder einige tolle Bücher im Angebot

Allison Winn Scotch – Was im Leben zählt

Eigentlich ist Tilly mit ihrem Leben in der Kleinstadt vollkommen zufrieden. Sie hat ihren Schulfreund geheiratet und einen erfüllenden Job als Lehrerin. Jetzt soll ein Kind mit Tyler das Glück perfekt machen. Doch irgendwie will das micht dem Nachwuchs nicht so recht klappen. Und dann sind da auch noch diese merkwürdigen Zukunftsvisionen, die Tilly plötzlich hat. Von ihrem Vater, wie er betrunken gegen einen Baum fährt, zum Beispiel. Kurz darauf folgt tatsächlich der Anruf aus dem Krankenhaus. Dann hat Tilly die nächste Vision: Von Tyler, wie er die Koffer packt und geht…

Holly McQueen – Sie dürften die Torte jetzt küssen

Isabel, seit kurzem Hochzeitsplanerin, liebt ihren Job. Bis ihr ein kleines Malheur passiert: Sie vertauscht am Tag der Trauung zwei Bräute und schickt diese in die falsche Kirchen. Das Aus für Isabels Karriere? Mitnichten! Kurzerhand macht sie sich selbständig, und die ersten Kunden, ein Promi Pärchen, lassen zum Glück nicht lange auf sich warten.

Rezension – Anja Goerz ~ Herz auf Sendung

Anja Goerz – Herz auf Sendung

Wer träumt nicht davon, auf einer Insel, wo alle nur Urlaub machen zu leben und zu Arbeiten. Genau dieser Traum geht für Ina in Erfüllung, nachdem Sie über ihre Freundin einen Job beim Radio auf Sylt bekommen hatte. Und dann ist sie noch verliebt, was will man mehr? Alles scheint perfekt zu laufen, auch ihrem Schwarm kommt sie näher und als sie dann nach einer heißen Party mit einem Knutschfleck aufwacht, scheint alles perfekt zu sein….

Der Roman ist eine leichte und nette Unterhaltung für zwischendurch. Nicht mit viel Tiefgang versehen, aber die Irrungen und Wirrungen von Ina sind lustig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Autorin hat einen leichten Schreibstil, mit dem sie humorvoll spannendes in die Buchstaben fließen lässt.

Der Höhepunkt näher sich langsam, aber stetig. Manchmal würde man die Hauptprotagonistin am liebsten Schütteln, dass sie doch mal die Augen aufmachen soll.

Der Debütroman von Anja Goerz ist genau das richtige für die Urlaubstasche!

Anja Goerz, geboren 1968, gelernte Fotografin, arbeitet seit 1989 bei privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Sie ist auf dem nordfriesischen Festland nahe Sylt aufgewachsen und träumt seit ihren ersten Rundfunktagen von einem Radioprogramm wie in diesem Roman: leicht, stimmungsvoll und mit ganz viel Insel. Heute lebt die Autorin mit Mann und Sohn in der Nähe von Potsdam und arbeitet beim Berliner Radiosender “Radio Eins”. (Quelle: rowohlt)

©Tine Schweizer

______________________________________________________________________________

ISBN:978-3-499-25616-5 Preis: 8,99 Euro Ersterscheinungsdatum: Juni 2011 Seiten: 250 Verlag: rowohlt

Rezension – Gabriella Engelmann ~ Schluss mit lustig

Gabriella Engelmann – Schluss mit lustig

Mit „Schluss mit lustig“ beweist die Autorin Gabriella Engelmann wieder ihre Vielfalt im Schreiben. Frauenromane mit Urlaubsfeeling, Märchenhafte Jugendromane all dies hat sie bisher mit Erfolg veröffentlicht.

Hier erleben wir einen Roman für junge Erwachsene, der über das Erwachsen werden an sich und vor allem über das positive und negative Denken im besonderen berichtet.

Hatte ich Anfangs leichte Probleme mit der Protagonistin, änderte sich dies schnell. Die Hauptperson July sieht ihr Leben etwas negativ, aber dennoch ist sie zufrieden mit ihrem Leben. Nach einem Schlag auf den Kopf ändert sich alles und das Leben wird rosa rot. Doch ist das immer das richtige, nur noch optimistisch zu sein?

Das kommt nicht immer gut an.

Mit leichtem Schreibstil und viel Humor und Situationskomik geschmückt hat die Autorin einen kurzweiligen unterhaltsamen Roman geschaffen, bei dem man auch sein eigenes Spiegelbild vorgehalten bekommt. Nicht nur für junge Erwachsenen geeignet!

©Tine Schweizer

______________________________________________________________________________

ISBN:978-3499215766 Preis: 12,99 Euro Ersterscheinungsdatum:1. März 2011 Seiten: 240 Verlag: rowohlt

Weitere Romane der Autorin

Hundert Jahre ungeküsst

Weiß wie Schnee, Rot wie Blut und Grün vor Neid

Inselzauber

Eine Villa zum verlieben

Wolkenspiele

 

 

 

Interview mit Gabriella Engelmann

Interview mit Mia Morgowski

 

(C) Franca Wrage

Mit ihrem neuen Roman haben Sie genau den Nerv vieler Leser getroffen. Arztromane haben immer was von Schmöckerheften. Wie sind Sie auf die Idee für dieses Thema gekommen?

Ich fand das schmuddelige Image, das Arztromane immer noch haben, einfach spannend. Und dass den meisten Menschen schon allein bei dem Gedanken an die dünnen Groschenheftchen ein Schauer über den Rücken läuft, erst recht. Also habe ich meiner Lektorin den Vorschlag unterbreitet und sie fand ihn gut. Wobei „die Nächste, bitte“ ja, genau genommen, gar kein Arztroman im klassischen Sinne geworden ist. Eher ein komödiantischer Liebesroman mit Arztbeteiligung.

Wie lange dauert die Umsetzung einer Idee in einen Roman?

Ich bin schätzungsweise ein Jahr mit dem Schreiben eines Romans beschäftigt, inklusive Korrektur- und Lektoratsphase. Wäre ich disziplinierter, ginge es vermutlich schneller. Aber obwohl ich das Schreiben liebe, versuche ich gleichzeitig ständig, mich davor zu drücken.

Wie kommen Sie auf Ihre Charaktere? Werden Sie hier von Ihrer Umwelt inspiriert?

Die meisten meiner Protagonisten sind schlichtweg erfunden. Sie müssen mir in ihrem Wesen sympathisch sein, dann geht der Rest fast von allein. Zusätzlich schneide ich mir als Inspiration Fotos aus Zeitschriften aus, die ich dann zuhause, neben meinem Schreibtisch, an eine große Pappe hefte. Jede der Hauptfiguren bekommt eine Spalte, in der ich alles zusammentrage, was für mich zum Charakter dieser Person dazugehört. Inspirationen aus dem Alltag, also wenn jemand auf eine bestimmte Art und Weise redet oder gekleidet ist, fließen natürlich auch mit ein. Das geschieht allerdings meist unbewusst. Ich hoffe, dass sich noch keiner wiedererkannt hat!

Sie waren für ihren aktuellen Roman sehr viel bei Ärzten unterwegs. Hat dies sehr viel Überwindung gekostet und haben Sie überall offen ausgefragt. Oder waren Sie viel „inkognito“ unterwegs? Was haben die Ärzte dazu gesagt?

Also, sooooo oft war ich eigentlich gar nicht beim Arzt. Außerdem ist mein Vater Arzt, somit habe ich schon früh erfahren, wie der Laden läuft. Zusätzlich habe ich viel im Internet recherchiert. Da bieten sich ja heutzutage sehr viele Möglichkeiten. Paul praktiziert schließlich im Bereich Anti-Aging – da haben mir meine Allgemeinmediziner-Tochter-Vorkenntnisse nur bedingt weitergeholfen. Ein paar Interviews musste ich deshalb führen, ganz offiziell. Die Ärzte fanden es witzig und waren durchweg nett und aufgeschossen. Die wissen natürlich ganz genau: Wer nett ist, wird weiterempfohlen.

Welcher Arzt oder Ärztin hat sie am meisten beeindruckt während ihrer Recherche und warum?

Also naja … die waren schon alle sehr nett. Da hat sich keiner besonders hervorgetan. Viele haben mir allerdings versichert, dass sie es niemals schaffen würden, einen Roman zu schreiben und mich für meine Kreativität bewundert. Das war zwar nicht beeindruckend, aber äußerst schmeichelhaft ;-)

Waren Sie nur bei Hausärzten, oder auch bei Fachärzten?

Wie schon gesagt: Dr. Rosen ist Anti-Aging Doc. Da werden Dinge gemacht, die mein Vater oder auch mein Hausarzt nur mit einem stummen Kopfschütteln quittiert hätten. Vielleicht auch noch mit spontanem Achselschweiß. Eine andere Reaktion wäre ihnen vermutlich nicht zu entlocken gewesen. Nein, für Anti-Aging Recherche sollte man zum Dermatologen oder gleich zum Schönheitschirurgen. Ich habe den Chirurgen gewählt – aus aktuellem Anlass. Aber nicht, was Sie jetzt denken! Da ich seit geraumer Zeit ein unschönes Lipom (auf deutsch nennt sich das Biest Fettgeschwür – klingt noch schlimmer, nicht?) am Dekolleté hatte, bin ich damit in seiner Praxis aufgetaucht. Meine Frauenärztin meinte nämlich, Schönheitschirurgen machen die schönsten Narben. Nja. Sofern man bei einer Narbe von schön sprechen kann, hatte sie Recht. Und wenn man schon mal bei vollem Bewusstsein unterm Messer liegt, kann man die Zeit auch sinnvoll nutzen. Der Mann war sehr gesprächig …

Gibt es etwas, was Ihnen sofort gute Laune beschert?

Wenn morgens beim Aufstehen bereits die Sonne scheint.

Ihr Buch „Kein Sex ist auch Keine Lösung“ wird gerade verfilmt. Wie haben Sie das empfunden, als Sie dies erfahren haben?

Als Michael Töteberg, der Leiter der Rowohlt Medienagentur, anrief, um mir mitzuteilen, dass eine Produktionsfirma meinen Roman zur Verfilmung optioniert hat, war ich zunächst sprachlos. Damit hatte ich niemals gerechnet und konnte es kaum glauben. Erst als wir uns trafen, um weitere Details zu besprechen, habe ich langsam realisiert, dass er es ernst meint. Das ist schon ein tolles Gefühl!

Sind sie mit dem Cast für diesen Film zufrieden?

Auf jeden Fall! Ich war von Anfang an begeistert, wer alles an namhaften Schauspielern zugesagt hatte. Viele der Schauspieler und auch den Regisseur habe ich später kennengelernt und sogar selbst eine klitzekleine Rolle gespielt. Die Filmcrew war wahnsinnig nett, sie haben super gespielt und ich bin total gespannt auf den fertigen Film.

Werden Sie ins Kino gehen und sich diese Verfilmung anschauen?

Machen Sie Witze? Ich werde vermutlich zehnmal ins Kino gehen. Mindestens ;-)

Gibt es evtl Pläne das „Die Nächste, bitte“ verfilmt wird?

Ich glaube, dass diesbezüglich Gespräche laufen, aber mehr erfahre ich leider auch erst, wenn die Sache konkret wird.

Wenn würden Sie sich hier als Protagonisten wünschen?

Also für Nella ist die Sache klar: Liv Tyler! Pauls Rolle könnte vielleicht von Bradley Cooper übernommen werden, das wäre doch hübsch. Und die seines Vaters kann ich mir prima mit Mario Adorf besetzt vorstellen …

Nein, im Ernst: Ich hege keinerlei Wünsche. Letzten Endes habe ich ohnehin keinen Einfluss auf diese Entscheidung.

Wären Sie irgendwann in Ihrem Leben auch gerne Ärztin geworden?

Als ich mit 18 an der Gallenblase operiert wurde, konnte ich mir sehr gut vorstellen, an der Seite dieses attraktiven pakistanischen Assistenzarztes eine mehrtägige Kongressreise anzutreten. Rein kollegial natürlich …

Haben Sie schon eine Idee für das nächste Buch oder arbeiten Sie gerade an einem?

Ich schreibe gerade an dem Konzept für meinen neuen Roman. Wieder soll ein Mann die Hauptrolle spielen und wieder soll er durch die Hölle gehen! Dieses Mal landet er aufgrund eines Missverständnisses als Verkäufer in einer Luxus-Damenboutique. Dabei wollte er eigentlich Rock-Sänger werden … Oh, ich freue mich schon!

 

Wo schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten sitze ich mit meinem Laptop im Café. Da hat man ein bisschen Trubel um sich herum. Ansonsten kann Schreiben nämlich sehr einsam sein.

 

Herzlichen Dank Frau Morgowski, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben!

Die Gewinnerin des signierten Exemplares von “Die nächste Bitte” ist Ramona N.

Herzliche Glückwünsche!

 

Homepage der Autorin

Mia Morgowski bei Facebook

 

Autorentalk mit Mia Morgowski

Vor kurzem habe ich erst “Die NÄCHSTE bitte” gelesen und heute möchte ich euch die Autorin dieses Buches vorstellen.

(C) Franca Wrage

Mia Morgowski ist Graphik-Designerin und gebürtige Hamburgerin. Viele Jahre hat sie in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet. 2008 erschien ihr Debütroman «Kein Sex ist auch keine Lösung», der es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte und sich bisher fast 200 000-mal verkaufte. Die Verfilmung kommt im Herbst 2011 in die Kinos. Zu Recherchezwecken für ihren neuen Roman war Mia Morgowski bei diversen Ärzten. Ihrem Hausarzt bleibt sie dennoch treu.
Ihr könnt nun bis einschließlich Sonntag, 29.05.2011 23.59 Uhr eure Fragen an die Autorin an schweipa@web.de Betreff Mia Morgowski schicken.

Unter allen Einsendungen wird ein signiertes Exemplar von “Die nächste Bitte” verlost.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Rezension – Sally Anne Morris ~ Geister küsst man nicht

Lucy Diamond ist ein normales durchschnittliches Mädchen. Umrahmt von 2 guten Freuden, dem schwulen Nigel und der flippigen Jojo. Ihr Leben läuft normal dahin. Normal? Ja, bis zu dem Tag an dem Jonathan auftaucht und anfän gt Lucy zu verfolgen. Denn er soll ihr helfen. Das Problem dabei ist: Jonathan ist ein Geist und keiner außer Lucy kann ihn sehen.

Damit ist der Anfang einer humorvollen Komödie gesetzt. Der Schreibstil der Autorin erweckt den Eindruck, dass man diese Geschichte direkt von ihr erzählt bekommt. Das finde ich mal eine nette Abwechslung.

Leider war es zwischen drin aber doch recht langatmig und ich kam kaum vorwärts im lesen. Viele Details sind an mir vorbei geflogen ohne anzukommen. Dadurch zog sich vieles nur so dahin und mehr als einmal dachte ich daran aufzugeben. Erst die letzten 100 Seiten haben mich dann wieder so gefesselt, dass ich sie in einem Zug durchgelesen habe. Diese waren spannend aufgebaut und flogen nur dahin.

Der Plot ist gut durchdacht, warum ich auch nicht abgebrochen hatte.

Ein witzige geisterhafte Komödie, die mit Einschränkungen zu genießen ist.

©Tine Schweizer

_______________________________________________________________________________________________

ISBN: 978–499-25518-2 Preis: 8,95 Euro  Originaltitel: Trick or Treat Verlag: rororo

Leseprobe


Sebastian Glubrecht live

Es geht doch nichts über einen Schriftsteller, der nicht nur mit dem geschriebenen Wort die Menschen unterhalten kann, sondern auch persönlich. So gestern erlebt im Rahmen einer Lesung von Sebastian Glubrecht.

Eingeladen von der kleinen, aber feinen Buchhandlung Beck&Boy, Markt Indersdorf füllten sich Abends die Stühle schneller, als man schaun konnte. Es wurden immer mehr Stühle herangebracht und letztendlich wurde auch noch der Nebenraum besetzt. Nachdem dies nicht so geplant war, hat sich der sympathische Autor spontan dazu bereit erklärt nicht an dem vorgesehenem Platz sitzen zu bleiben. Nein, er stellte sich zwischen die Räume, so dass es jedem Besucher möglich war seiner Lesung zu lauschen.

Lesung? Nein, dass ist fast das falsche Wort dafür. Natürlich waren es Abschnitte aus „Na Servus“ und später folgte noch ein kleiner Teil aus „Ja mei“, aber es hatte nichts mit einer einfachen Lesung zu tun. Der Autor brachte dies so lebhaft vor, dass die Lachmuskulatur nur so bebbte. Das er – der ein Bayrisches Buch geschrieben hat – kein Bayrisch kann hat dem ganzen kein Abbruch getan. Nein im Gegenteil, das machte noch den richtigen Charme aus.

Diese Lesung hatte es in sich und war anders, als alles was ich bisher erlebt hatte. Aber dafür wird sie mir noch lange positiv im Gedächtnis bleiben.

Nachdem ich leider etwas früher gehen musst (es viel mir echt schwer) habe ich mir aber vorher schon eine Signatur in mein „Ja mei“ geben lassen.

Ich bin sehr froh, dass ich wenigstens diese eine Stunde dabei sein konnte und hoffe das wir bald mit dem 3. Band rechnen können um vielleicht wieder eine lustige und amüsante Stunde mit Sebastian Glubrecht Live erleben zu können.

Die Fotos sind leider nicht so gut, der Fotoapparat lag nämlich mit frisch aufgeladenem Akku auf dem Küchentisch. Ja mei…..

Der ursprünglich vorgesehene Platz…

wurde von einem wirklich einzigartigen Platz ersetzt, bei dem es (fast) allen möglich war ihn zu sehen. Ganz ehrlich, wieviele Autoren sind dazu wirklich bereit? Ich glaube nicht viele und das hat den Autor noch viel sympathischer gemacht, als er eh schon war.

 

_______________________________________________________________________________________________

Interview mit Sebastian Glubrecht vom 10. August 2010

Rezension: Ja mei

Interview mit Sebastian Glubrecht

copyright Enno Kapitza

Sie kommen gebürtig aus Hannover und nun hat es sie in den Süden Deutschlands verschlagen. Dort lebt ja ein ganz anderer Menschenschlag. Konnten Sie sich dennoch gut einleben?

Ja, auch wenn ich am Anfang Sprachschwierigkeiten hatte. Zum Glück kann man Herzlichkeit aber auch spüren, da muss man nicht immer reden. Auch das musste ich erst lernen. Wahrscheinlich hatte ich es hier auch einfacher als andere Zugereiste, weil ich mich in eine Münchnerin verliebte, die mich ihren Freunden vorstellte. Das kann ich wirklich jedem empfehlen.

Wie sind Ihnen die Ideen zu Ihren Büchern “Na servus” und “Ja mei” gekommen?

Ich habe einen sehr unterhaltsamen Freundeskreis und eine großartige Familie.

Fällt es Ihnen leicht, in Bayrischen Dialekt zu schreiben?

Nein, im Gegenteil. Ich benutze Nachschlagewerke und echte Bayern. Und zu guter Letzt wird das Ganze noch mal Korrektur gelesen. In meinen Büchern sollte das Bairisch nicht nur möglichst korrekt, sondern auch leicht zu lesen sein. Beim Spagat zwischen diesen beiden Prämissen hole ich mir gern mal eine Zerrung.

Haben Sie „Nachhilfe“ in Bayrisch bekommen?

Jeden Tag – von Lesern, Freunden und Kollegen. Nur mein Schwiegervater hat es mittlerweile aufgegeben.

Gibt ihr Debütroman ihre eigenen Erfahrungen in Bezug auf die Bayern und eventuell auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte wieder?

Ein wenig ist das Buch schon autobiographisch eingefärbt. Ich bin tatsächlich von Berlin nach München gezogen. Einige Charaktere haben auch reale Vorbilder. Allerdings ist die Handlung fast komplett frei erfunden. Zum Glück habe ich in Wirklichkeit kein so aufregendes Leben.

Wie sind die Cover zu den beiden Büchern entstanden und waren Sie daran beteiligt?

Die Cover hat der Verlag gestaltet. Ich habe sie gesehen und mich über den latent ironisch-bayerischen Stil gefreut. Insofern war ich emotional sehr beteiligt.

Wie viel Sebastian Glubrecht steckt im Waschtl aus ihren Romanen?

In den meisten Figuren steckt etwas von mir, auch in Jochen, sogar in Knoll. Am meisten aber natürlich im Waschtl – ich würde sagen etwa 43,27 Prozent.

Haben die Figuren in ihren Romanen echte Vorbilder?

Die einen mehr, die anderen weniger. Aber kein Charakter ist identisch mit einer lebenden Person. Der Knoll und mein echter Schwiegervater sind sich wahrscheinlich am ähnlichsten.

Planen Sie weitere Romane mit Waschtl und Roni?

Schaugn ma moi, da seing ma scho. Vielleicht geht die Geschichte weiter.

War es einfach für diese besonderen Romane einen Verlag zu finden?

Ja, zum Glück. Rowohlt hat sich da sehr engagiert.

Haben Sie schon weitere Planungen für neue andere Projekte?

Gerade schreibe ich am Drehbuch zu der Verfilming von „Na servus!“ Das Buch kommt ja auch noch ins Kino.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, würden sie wieder nach Berlin zurückziehen? Oder lieber in München blieben? Oder vielleicht wo ganz anders hin?

Manchmal vermisse ich Berlin schon, aber dorthin zurückziehen würde ich nicht mehr. Ich habe dort genau im richtigen Alter gelebt und mich so richtig austoben können. Gerade fühle ich mich in München am wohlsten – und das seit sieben Jahren. Es gibt ja diesen Spruch „Daheim ist, wo das Herz ist“ – mein Herz ist in meinem Körper oben links und metaphorisch bei meiner Familie und meinen Freunden. So lange ich diese drei Faktoren bei mir habe, bin ich überall zuhause.

Lesen Sie persönlich auch sehr gern und welches Genre bevorzugen Sie?

Wenn ich erst ein lustiges Buch gelesen habe, muss danach meist ein spannendes her, auf ein modernes folgt ein Klassiker. Das kommt auch immer darauf an, wo ich lese. Im Urlaub und an freien Wochenenden habe ich mehr Zeit für ein Buch, so dass es mich nicht sofort fesseln muss. Wenn ich aber abends vor dem Einschlafen lese, muss das Buch mich sofort packen.

Welche sind ihre Lieblingsautoren?

Max Frisch, Martin Suter, Frans G. Bengtsson – und Hans Rath lese ich gerade auch sehr gern.

Was würden Sie jemanden raten, der ein Buch veröffentlichen möchte?

Seine Idee zu entwickeln, kritisch mit sich selbst zu sein, an den Leser zu denken und den Helden bitte leiden zu lassen. Viele Leute, die Bücher veröffentlichen möchten, wollen kurioserweise auch nicht anfangen zu schreiben oder schieben das immer weiter hinaus. Dabei geht es doch genau darum.

Bitte ergänzen Sie: Familie ist …

Überraschend großartig.

Herzlichen Dank dafür das Sie sich die Zeit genommen haben die Fragen zu beantworten!

Die Gewinnerin des signierten Romanes ist Iris G. – Herzlichen Glückwunsch

©Tine Schweizer

_________________________________________________________________________________________



Rezension – Sebastian Glubrecht – Ja, mei

Brautkleid bleibt Brautkleid! In München hat Sebastian sein Herz verloren. Und jetzt verliert er auch noch den Verstand. Meinen zumindest seine Berliner Kumpels, denn Sebastian will heiraten. Die Bayerin! Dumm, dass gerade jetzt Ronis Ex-Freund mit Blumen vor der Tür steht, Sebastians Ex-Mitbewohner mit ins Liebesnest ziehen will und der Junggesellenabschied im Fiasko endet –– samt Luftgewehr- schießen, Stripclub und Polizei. Da kann bei der Hochzeit ja eigentlich nichts mehr schiefgehen …

Ja mei, was soll man wohl davon halten, wenn ein gebürtiger Hannoveraner ein Buch mit bayrischer Mundart schreibt?

Erhalten tut der Leser aufjedenfall eine lockere, leichte Unterhaltung, die kaum zu überbieten ist.

Sebastian Glubrecht versteht es mit Vorurteilen aufzuräumen und die Herzlichkeit der Bayern herauszuarbeiten. Mit den eingeflochtenen bayrischen Sätzen und ihrer Übersetzungen waren Lacher absolut an der Tagesordnung. Die Komik mancher Situationen war nicht zu überbieten.

Roni und ihr Verlobter Sebastian, aus dessen Sicht alles geschildert wurden, waren plötzlich sehr reale Personen geworden. Gute Freunde – deren Abschied auf der letzten Seite einfach schwerviel. Aber vielleicht, vielleicht sehen wir sie eines Tages ja wieder?

Nicht nur für Bayern, sondern für jeden, der sich gerne und gut Unterhalten lässt.

©Tine Schweizer

_________________________________________________________________________________________

ISBN:978-3499252648 Preis: 8,95 Euro Verlag: rowohlt

Autorentalk mit Sebastian Glubrecht

copyright Enno Kapitza

Diese Woche ist der Autor Sebastian Glubrecht bereit eure Fragen zu beantworten!

Sebastian Glubrecht kam 1976 in Hannover zur Welt und wurde später leidenschaftlicher Wahlberliner. Noch vor seinem dreißigsten Geburtstag zog er nach München, wo er, allen Prognosen trotzend, immer noch wohnt und schreibt. Für seine journalistische Arbeit wurde er 2007 mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.
«Na servus!» (rororo 24533), sein erstes Buch, wird fürs Kino verfilmt. «Ja mei!» ist sein zweiter Roman, welcher im Juni erschienen ist..

Bitte sendet eure Fragen bis Sonntag, 11.07.2010 23.59 Uhr an schweipa@web.de Betreff Sebastian Glubrecht.

Unter allen ein Einsendern wird ein signiertes Buch verlost.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!!!

Rezension – Phil Rickmann ~ Marrilyn Watkins1 Frucht der Sünde

Apfelbäume, überall Apfelbäume … … sie sind nicht wegzudenken aus Ledwardine, dem kleinen Ort im Westen Englands, in den die junge Witwe Merrily Watkins mit ihrer Tochter Jane zieht. Dort soll sie die Pfarrstelle übernehmen. Doch schnell ist es vorbei mit der ländlichen Ruhe: Bei einer nächtlichen Feier im Apfelgarten kommt es zu einem grausigen Todesfall, und ein Skandalautor will in der Kirche den Tod eines vor Jahrhunderten als Hexer verfolgten Geistlichen inszenieren. Merrily und ihre Tochter werden derweil in dem großen alten Pfarrhaus von düsteren Visionen geplagt. Und dann verschwindet ein Mädchen …

Dieses Buch zu beschreiben, fällt mir jetzt gar nicht so einfach. Es hat was, nur was es genau ist, ist schwer zu sagen? Erwartet hatte ich zumindest etwas ganz anderes, eher Figuren so wie Mrs Marple von Agatha Christie oder Mrs Silver von Patricia Wentworth.

Doch hätte mir das recht düstere Cover gleich ein großer Hinweis sein sollen, denn die Gestaltung spiegelt die Handlung wieder. Die Hauptprotagonistin Merrily Watkins und ihre 15 jährige Tochter Jane, haben nichts aber auch gar nichts mit den vorgenannten Damen gemeinsam. Während ihres ersten Besuches kommt es gleich zum ersten Todesfall. Kaum richtig im Dort angekommen, wenden sich die Bewohner mit den verschiedensten Anliegen an sie. Doch schnell ist klar: jeder will sie beeinflussen und auf die eigene Seite ziehen. Dabei hat sie mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Als sie dann noch das Gefühl hat es spuckt im Pfarrhaus wird es immer mysteriöser.

Bis Seite 200 (von immerhin 605) gestehe ich ganz ehrlich, habe ich die Handlung, den versprochenen Krimi gesucht. Es war auch sehr schwer in den Schreibstil rein zukommen. Sehr viele verschiedene Persönlichkeiten, dunkle Athmosphäre und eine Hauptprotagonistin, wo es mir schwer viel sie zu verstehen. Dazu kam das ständige zitieren des Dichters Tratherne, welches alles noch unwirklicher erscheinen lies. Vieles ist bald schon ins zu viele Details geschildert, oft wiederholt.

Jeder wird sich fragen, warum ich doch das Buch weitergelesen habe? Doch da gab es was, einen unsichtbaren Faden, der mich weiterzog. Der meine Neugierde einfach nicht ruhen lies. Was waren das für Geheimnisse in Ledwardine, die nicht aufgedeckt werden sollten. Egal wie lange sie her sind? Was spielten die verschiedensten Personen für eine Rolle in diesem verwirrenden Kriminalroman? Gibt es wirklich Gespenster im Pfarrhaus und vorallem: was ist mit der Pfarramtswärterin Merrily Watkins los.

Die zweite Hälfte des Buches gab mir dann das gesuchte. Verschwundene Mädchen, verschiedene Verdächtige und den einen oder anderen Mord. Doch nicht alles wurde zu Zufriedenheit aufgelöst. Doch, nachdem dies der Auftakt einer neuen Serie ist, hoffe ich die Lösungen im nächsten Teil zu finden. Denn ja, am Ende war ich so gefangen, das ich nun unbedingt lesen möchte, wie es weitergeht.

Ein ungewöhnlicher Krimi mit leichten Anlaufschwierigkeiten, düsterer Atmosphäre, Spannung, Mystery und Grusel in einem, vereint mit einem Kult rund um Äpfel und Cider.
Phil Rickmann, geboren in Lancashire, ist LIteraturkritiker und im Nebenberuf Autor. Zu seinen Werken gehören auch bemerkenswert erfolgreiche Horrorromane, die er unter dem Pseudonym Will Kingdom verfasst. Seit Ende der neunziger Jahre schreibt er an der Krimireihe um Merrily Watkins.

©Tine Schweizer

_________________________________________________________________________________________

ISBN: 978-499-24905-1 Preis: 9,95 Euro Originaltitel: The wine of Angels Verlag: rororo


Rezension – Lisa Cach ~ Der Preis der Begierde

Die Architektin Emma ist verzweifelt: Sie findet einfach keinen Job.  Widerstrebend nimmt sie deshalb das Angebot an, als Hausmädchen für den reichen und attraktiven Russ zu arbeiten. Doch schon bald bittet der charmante Millionär um Dienstleistungen der besonderen Art. Emma willigt ein und wird seine bezahlte Geliebte. Schnell wird aus dem pikanten Arbeitsverhältnis mehr.

Emma sucht nach ihrem Abgeschlossenem Studium einen Job als Architektin, den sie hat große Visionen. Dies ist gar nicht so leicht. Deswegen überbrückt sie diese Zeit mit mehreren Putzjobs. Auch bei dem erfolgreichen und attraktiven Russ fängt sie mit diesen Diensten an. Nach einem Missverständnis ergibt es sich, das sie Russ bezahlte Geliebte wird und ihn mit verschiedenen Fantasien befriedigen will.

Doch bald merken beide, das irgendwas fehlt …

Mit vorsichtiger Erwartung ging ich an diesen Erotischen Liebesroman heran. Denn wirklich was in diesem Genre konnte ich mir in Romanform noch nicht vorstellen. Meine Befürchtungen endeten bei Pornografisch überfüllte Seiten, von einer Szene zur nächsten.

Daher war ich sehr positiv überrascht, hier gut ausgearbeitete Charaktere und eine in sich runde Handlung vorzufinden. Das Thema ist an der Oberfläche geblieben, ohne zu seicht zu werden. Und es ging nicht sofort ohne was ins Bett, sondern entwickelte sich zunehmend.

Die Erotischen Szenen sind mit humorvollen Sequenzen und der einen oder anderen Peinlichkeit versehen, wenn sich 2 Fremde treffen und sich dauernd missverstehen. Gerade das macht aber den besonderen Reiz hier aus. Die Szenen sind detailliert und anregend geschrieben.

Eine humorvolle sexy Liebesgeschichte, mit eindrucksvollen Charakteren.

Für jeden der gerne einen guten Liebesroman liest und sich von erotischen Szenen nicht abschrecken lässt sehr zu empfehlen.

©Tine Schweizer

_________________________________________________________________________________________

ISBN: 978-3-499-25356-0 Preis: 8,95 Euro Originaltitel: The Erotic Secrets of a French Maid Verlag: rororo

Rezension – Steffi von Wolff ~ Ausgezogen

Julia, Nicole, Saskia und Kim haben sie gefunden, die perfekte Wohnung. Große Zimmer, Bad mit Wanne, ein schöner Garten und sogar eine Spülmaschine – ihr neues Zuhause scheint maßgeschneidert für die vier. Aber da ist noch was: «Es bleibt doch alles so wie besprochen?», fragt Nicole ernst. «Keine Männer. Okay?» «Keine Männer», wiederholen die anderen und legen nach und nach die Hände übereinander. «Wir schwören.Guter Plan. Aber es gibt sie nun mal, die Männer, und sie kratzen an der Tür …

Verrückt, irrwitzig, chaotisch, voller zynismus und schwarzen Humor triefend. Ja genau so, könnten die Worte Lauten, die dieses Buch beschreibt.

Steffi von Wolff hat in ihrem ersten Jugendroman so viele Vorurteile und Schubladendenken ins Visier genommen, die mit ihrer ganz eigenen Humoristischen Art versehen, eine Prise überzogen und daraus einen Roman geschrieben, welcher die Lachmuskulatur nur noch am beben hält.

Teilweise hätte ich die Mädels wirklich an der Hand genommen und sie wieder nach Hause geschickt.

Was macht man, wenn man sich ausgeschlossen hat? Oder der ExFreund im Radio mit dir Diskutiert? Du willst unbedingt Ärtzin werden und kannst kein Blut sehen? Deine Mutter muß unbedingt unter die Haube? All diese Fragen beantwortet Steffi von Wolff

Alle Szenen und Personen sind total überzogen geschrieben, aber noch genau so, das ich es nachvollziehen konnte. Szenen des Lebens, wie sie wirklich sein könnten tauchen auf, bekommen ihren Raum und können sich hierdurch entwickeln.

Es ist kein tief schürfender Roman hinter diesem Cover zu erwarten, auch keiner der Belehren soll. Nein dieses Jugendbuch soll unterhalten und dies tut es.

Das Buch war in einem Rutsch durchgelesen und hat mir das graue Regenwetter versüßt. Für jeden der eines Tages ausziehen möchte,oder schon ausgezogen ist. Für mich zeigt sich das es chaotischer sein kann, wenn auch im Buch, als in meinem eigenen Leben.

Steffi von Wollfs nächster Jugendroman “ausgebucht” ist im Januar 2011 erhältlich.

©Tine Schweizer

_________________________________________________________________________________________

ISBN: 978-3499215360 Preis:12,95 Euro Verlag: rororo

Bericht über die Livestreamlesung bei Lovelybooks


%d Bloggern gefällt das: