Autoreninterviews

Interview mit KNISTER

Lieber KNISTER, vielen Dank, das Sie sich die Zeit genommen haben um unsere Fragen zu beantworten.

Als „Nichtautor” fällt es einem etwas schwer, sich vorstellen zu können, wie man auch nach 25 Jahren noch immer neue Geschichten „erfinden” kann. Woher kommt die Inspiration und wie erarbeitet man sich dann die Inhalte für ein neues Buch?

Am besten klappt es, wenn ich mich zu Anfang auf mein altes Segelboot zurückziehe, wo ich völlig ungestört von Telefon und Internet ganz allein mit meiner Geschichte bin. Ich bleibe so lang, bis ich weiß, wo die Geschichte lang gehen soll und wie sie schließlich enden soll, ich schreibe also zuerst den Plot der Geschichte.
In meinem Arbeitszimmer kann ich dann ein Kapitel nach dem anderen erarbeiten und mit Leben füllen.

Sie haben ja selbst Kinder wie auf Ihrer Homepage zu lesen ist. Die Namen fangen alle mit dem Buchstaben J an. Hat das eine besondere Bedeutung?

Nein, das hat keine besondere Bedeutung, es ist nur eine Spielerei, ich liebe es mit Sprache zu spielen.

Haben Sie ein bestimmtes Schreibziel je Tag oder schreiben Sie nur wenn Sie Lust dazu haben?

Mein Beruf als Autor macht zwar Spaß, aber zum Schreiben gehört auch Ernsthaftigkeit und eine Portion Selbstdisziplin, schließlich soll das Buch ja auch fertig werden. Ich nehme mir keine konkrete Seitenzahl pro Tag vor, setze mich aber morgens um neun Uhr an meinen Computer und arbeite dann mindestens acht Stunden. Wenn ich so richtig in eine Geschichte eintauche und die Ideen sprudeln , können daraus auch schnell einige Stunden mehr werden.

Nach so vielen Jahren des Schreibens bekommen Sie dann nicht auch einmal Lust etwas anderes zu machen oder vielleicht auch einmal ein Buch für Erwachsene zu schreiben?

Ich schreibe auch ab und zu für Erwachsene und zwar sehr erfolgreich. Allerdings nicht unter dem Pseudonym KNISTER, mit meinem letzten Buch für Erwachsene bin ich sogar auf Platz 1 der ZEIT-Bestsellerliste gelandet.

Da Sie für Ihre Kinderbücher ja so viele Fantasyfiguren erfinden und erfunden haben, haben Sie das Gefühl dadurch selbst ein Stück weit selbst Kind geblieben zu sein?

Da könnte durchaus etwas dran sein, zumindest habe ich nicht vergessen, was meine Phantasie als Kind angeregt hat und was mich besonders interessiert und begeistert hat.
Hexe Lilli wurde in mehrere Sprachen übersetzt und Sie selbst sind im Ausland sehr populär. Haben Sie aufgrund dieser Entwicklung/Erfolg eine weitere Fremdsprache erlernt?
Leider ist es mir nicht möglich alle 38 Sprachen zu lernen, in die meine Bücher bisher übersetzt wurden. Aber da mich Sprachen immer schon fasziniert haben, habe ich neben Englisch und Niederländisch auch Spanisch gelernt, weil ich auf Grund des riesigen Erfolgs meiner Bücher in Spanien oft zu Gast bin. Es macht wirklich Spaß, Lesungen für die spanischen KNISTER – Fans zu halten, Hexe Lilli heißt in Spanien übrigens Kika Superbruja.

Dieses Jahr kam Hexe Lilli nun auch als Film auf die Leinwand. Ist ein Fortsetzung geplant?

Ja, der nächste Hexe Lilli- Film wird gerade in Indien gedreht und soll im Januar 2011 in die Kinos kommen. Ich kann nur so viel verraten, es wird ein richtig spannender Film, ein echtes Hexe Lilli – Abenteuer eben.
Die Geschichte kommt aber im nächsten Frühjahr bereits in Buchform , damit die Hexe Lilli-Fans nicht zu lange warten müssen.
Wie viel Einfluss haben Sie auf den Kinofilm und den Darsteller?
Ich bin sehr froh und dankbar, dass mich sowohl die Produzenten als auch der Regisseur von Anfang an in die Filmarbeit einbezogen haben. Wir haben das gemeinsame Ziel, dass es ein echter Hexe Lilli-Film werden soll.
Was war der Anstoß, warum Sie mit Kinderbüchern angefangen haben?
Eigentlich hatte ich vor Musiker zu werden, das habe ich auch studiert. Ich habe zu Anfang Musik für Kinder geschrieben und getextet. Nun gibt es wirklich viele gute Musiker, aber es gab Bedarf für gute Texte und meine Texte kamen gut an. Aus den Liedertexten wurden nach kurzer Zeit kleine Geschichten und aus den Geschichten wurden schließlich Bücher.

Lesen Sie selber heute noch Kinderbücher?

Ich schreibe Kinderbücher und zwar sehr gern , aber in meiner knappen Freizeit lese ich gern Literatur für Erwachsene.

Vielen herzlichen Dank an KNISTER für dieses ausführliche Interview.

Gewonnen haben die Geschwister Yannick und Marcel.

©Tine Schweizer

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