Autoreninterviews

Interview mit Kerstin Gier

Frau Gier, Sie haben ja in der Vergangenheit schon sehr viele Frauen- bzw. Liebesromane geschrieben. Wie ist in Ihnen die Idee heran gereift für Jugendliche eine Fantasytrilogie zu schreiben?

Ich lese selber sehr gern Fantasy und habe schon länger (also, seitdem ich etwa zwölf Jahre alt war…) Pläne für Fantasyromane in der Schublade. Jetzt war die Zeit einfach reif dafür

Die meisten Leser fasziniert, wenn alte Bekannte in Büchern auftauchen – wie machen Sie es, dass Sie da nicht den Überblick verlieren, wen Sie wo „eingearbeitet“ hatten und gibt es Leserinnen, denen es gleich ins Auge sticht, wenn etwas nicht stimmt?

Ich denke ja immer, keiner kennt meine Figuren so gut wie ich, weil ich ja auch ganz viel über sie weiß, was nicht in den Büchern steht, aber ich vertue mich öfters, und es sind die Leser, die mich darauf aufmerksam machen. Letzter schwerer Fehler: In „Die Patin“ spricht Mimi von der Beerdigung ihres Vaters, in „In Wahrheit wird viel mehr gelogen“ ist der Vater quicklebendig… ups.

Was steckt hinter den Titeln Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün? Sind die Buchtitel von Ihnen selbst erdacht?

Ja, ich finde die Wörter einfach nur wunderschön – die Edelsteine natürlich auch. Ursprünglich sollte es so eine Art Schatzsuche nach den Edelsteinen geben, jetzt sind ja die Personen selber die Steine…

Die Buchcover der derzeitigen Reihe zeigen wunderschöne Scherenschnitte. Mögen Sie selbst Scherenschnitte oder haben sich sogar einmal darin versucht?

Nein – ich bin künstlerisch überhaupt nicht begabt. Aber Eva Schöffmann-Davidoff dafür umso mehr. Keiner sonst macht so schöne Cover wie sie. Und ich finde, ihre Ideen für Rubinrot und Saphirblau sind einfach nur großartig.

Wird die  Rubinrot-Serie in andere Sprachen (u.a. Englisch)übersetzt werden? Und wenn ja, wann?

Rubinrot wird bisher ins Norwegische, Polnische, Spanische und Englische übersetzt. Ich hoffe, die Übersetzer sind bereits alle fleißig bei der Arbeit. Besonders stolz bin ich, dass Anthea Bell, die u.a. auch die Cornelia Funke-Bücher übersetzt hat, mein Buch ins Englische übersetzen wird.

Könnten Sie sich vorstellen auch einen Fantasyroman für Erwachsene zu schreiben?

Ja! Die Frage ist, ob der Verlag dabei mitspielt

Schreiben Sie lieber die Jugendfantasyromane oder Erwachsenenliteratur?

Ich finde beides sehr reizvoll und bin daher glücklich, dass ich mich mit beidem immer abwechseln kann.

Wie entstand die Idee für die „Mütter Mafia“? Haben Sie als Mutter selber schon ihre Erfahrungen mit „Übermüttern“ gesammelt?

Nö…. *Finger kreuz* das ist alles völlig frei erfunden… Um ehrlich zu sein, hatte ich schon Probleme mit dieser gewissen Sorte Mütter, als ich noch Mutter-Kind-Kurse an der Familienbildungsstätte gegeben habe. Erst als ich selber Mutter war, musste ich erkennen, dass ich leider auch ein bisschen seltsam geworden bin – ich glaube, so ein bisschen bekloppt werden wir wohl alle, Kinder verändern einen eben (leider nicht immer zum Vorteil)…

Werden wir in anderen Büchern – evtl auch in Nebenrollen – erfahren wie es mit den lieb gewonnenen Romanfiguren weitergeht?

Bestimmt werde ich die ein oder andere Figur wieder aufkreuzen lassen, das habe ich bisher immer so gemacht, mal mehr, mal weniger auffällig. Ich mag das auch bei anderen Autoren. Außerdem wird es bald eine eigene Website geben mit einem Blog der Mütter-Mafia… (Sobald ich mehr weiß, gebe ich Bescheid!!)

Haben Sie ein Teil der Geschichten von denen Sie im Buch „Männer und andere Katastrophen“ schon selbst durchlebt?

Sicher fließen immer mal wieder autobiographische Erlebnisse, die eigene Sichtweise oder auch eigene Gefühle in die Bücher mit ein, aber 99 Prozent sind frei erfunden. Auch in „Männer und andere Katastrophen“, obwohl bis heute viele Menschen glauben, dass sie in diesem Buch vorkommen.

Woher kommen die ganzen Ideen für die Bücher? Gibt es bestimmte Orte, wo Ihnen die meisten Ideen gekommen sind? Oder gibt es einen ganz außergewöhnlichen Ort, an dem schon einmal die Idee angeflogen kam?

Das schöne an Ideen ist, dass sie wirklich von ganz allein zu einem kommen – manchmal im Traum und manchmal in einem Zugabteil… Ja, komischerweise kommen Ideen besonders oft beim Zugfahren.

Früher haben Sie unter Pseudonymen geschrieben, wieso taten Sie das und warum tun Sie das heute nicht mehr?

Jule Brand und Sophie Bérard sind Pseudonyme aus meiner Vielschreiberzeit. Aber da ich heute nur noch ein Buch im Jahr schreibe (außer in diesem Jahr, da waren es zwei), brauche ich nur noch meinen eigenen Namen.

Dürfen wir uns im nächsten Jahr über einen neuen Roman aus der Rubrik „Freche Frauen“ freuen?

Wohl erst im Jahr 2011, denn vorher will ich noch den dritten Teil der Jugendbuchtrilogie – Smaragdgrün – zu Ende schreiben.

Wie wichtig ist Ihnen die Nähe zu Ihren Fans und das Feedback was Sie durch diese bekommen?

Ich bekomme viele Mails und lerne Leserinnen auf den Lesungen kennen – beides ist wunderbar, weshalb ich mir dafür immer viel Zeit nehme. Es ist einfach ein schönes Gefühl zu wissen, dass Menschen meine Bücher gern lesen und sich nach der Lektüre aufgebaut und glücklich fühlen.

Eines Ihrer Bücher wurde ja schon verfilmt. Gibt es eines ihrer Bücher, von dem Sie sich eine Verfilmung wünschen würden?

Es gibt Pläne für eine Verfilmung der Mütter-Mafia-Reihe und für „Für jede Lösung ein Problem“, außerdem wünsche ich mir eine schöne Verfilmung von Rubinrot. Möglicherweise werden all diese Wünsche bald Wirklichkeit.

Haben Sie schon einmal überlegt Ihre Hörbücher selber zu sprechen?

Mirja Boes macht das so toll, dass ich das Bedürfnis, selber zu lesen, gar nicht verspüre. Ich denke außerdem, dass es wirklich schwer ist, so ein Hörbuch ohne Sprecherziehung einzulesen.

Sie haben selber ja auch Familie. Wie vereinbaren Sie Ihre Arbeit (schreiben, aber auch Lesereisen) mit Ihrem Alltag als Mutter?

Das Schreiben funktioniert eigentlich ganz gut, da ich es von zu Hause aus machen kann und mein Mann mich unglaublich unterstützt. Die Lesereisen sind schwerer zu organisieren, da bin ich immer froh, dass ich meine Mama habe, die sich liebevoll und zuverlässig um meinen Sohn kümmert.

Wie schaffen Sie es in so kurzer Zeit so viele Bücher zu schreiben?

In diesem Jahr habe ich ein paar Mal gedacht, ich schaffe es nicht. Da waren unendlich viele Nachtschichten dabei… Aber ansonsten ist ein Roman im Jahr eigentlich gut zu schaffen. Andere Menschen arbeiten ja auch acht Stunden jeden Tag, und wenn man die konsequent in Schreiben und Recherche investiert, muss ein 350-Seiten-Roman in 12 Monaten schon drin sein.

Was nehmen Sie zur Hand, wenn Sie lesen? Bzw. wer ist Ihr/e Lieblingsautor/in?

Ich lese querbeet so ziemlich alles, aber meine erklärten Lieblingsautoren sind immer noch Nick Hornby, Marian Keyes, Arto Paasilinna… und bei den Jugendbuchautoren Neil Gaiman, Jonathan Stroud und Antje Babendererde.

Sie leben in der Nähe von Köln / Bonn. Sind Sie das, was man eine typische Rheinländerin nennt, also eine wahre Frohnatur und eine Karnevalsnärrin?

Eigentlich weniger… ich verkleide mich zwar gern und tanze und trinke auch gern, aber mit dem typischen Kölner Karneval (tätä tätä tätääääää) habe ich nicht so viel am Hut.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Schreiben ist für mich … der wunderbarste Beruf der Welt.

Vielen herzlichen Dank für dieses Interview.

Danke ebenfalls.

Das signierte Buch hat gewonnen: Sandra S.

©Tine Schweizer

Hier gibt es Rezensionen von

Rubinrot

Für jede Lösung ein Problem

In Wahrheit wird vielmehr gelogen

Bericht von der Leseung in Ingolstadt

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3 Kommentare zu „Interview mit Kerstin Gier

  1. Liebe Kerstin falls du dass ließt wollte ich nur sagen dass ich dein Buch SILBER überalles liebe es ist mein Lieblingsbuch und das ich es super finde wie du schreibst es wäre soooooo toll wenn SILBER verfilmt werden wird 😍

  2. Hey,
    Ich war auch schon auf einer Lesung von ihr und sie ist einfach so sympathisch, was sich auch wieder in diesem Interview zeigt 🙂
    LG Lena

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