Rezensionen 2010

Rezension – Phil Rickmann ~ Marrilyn Watkins1 Frucht der Sünde

Apfelbäume, überall Apfelbäume … … sie sind nicht wegzudenken aus Ledwardine, dem kleinen Ort im Westen Englands, in den die junge Witwe Merrily Watkins mit ihrer Tochter Jane zieht. Dort soll sie die Pfarrstelle übernehmen. Doch schnell ist es vorbei mit der ländlichen Ruhe: Bei einer nächtlichen Feier im Apfelgarten kommt es zu einem grausigen Todesfall, und ein Skandalautor will in der Kirche den Tod eines vor Jahrhunderten als Hexer verfolgten Geistlichen inszenieren. Merrily und ihre Tochter werden derweil in dem großen alten Pfarrhaus von düsteren Visionen geplagt. Und dann verschwindet ein Mädchen …

Dieses Buch zu beschreiben, fällt mir jetzt gar nicht so einfach. Es hat was, nur was es genau ist, ist schwer zu sagen? Erwartet hatte ich zumindest etwas ganz anderes, eher Figuren so wie Mrs Marple von Agatha Christie oder Mrs Silver von Patricia Wentworth.

Doch hätte mir das recht düstere Cover gleich ein großer Hinweis sein sollen, denn die Gestaltung spiegelt die Handlung wieder. Die Hauptprotagonistin Merrily Watkins und ihre 15 jährige Tochter Jane, haben nichts aber auch gar nichts mit den vorgenannten Damen gemeinsam. Während ihres ersten Besuches kommt es gleich zum ersten Todesfall. Kaum richtig im Dort angekommen, wenden sich die Bewohner mit den verschiedensten Anliegen an sie. Doch schnell ist klar: jeder will sie beeinflussen und auf die eigene Seite ziehen. Dabei hat sie mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Als sie dann noch das Gefühl hat es spuckt im Pfarrhaus wird es immer mysteriöser.

Bis Seite 200 (von immerhin 605) gestehe ich ganz ehrlich, habe ich die Handlung, den versprochenen Krimi gesucht. Es war auch sehr schwer in den Schreibstil rein zukommen. Sehr viele verschiedene Persönlichkeiten, dunkle Athmosphäre und eine Hauptprotagonistin, wo es mir schwer viel sie zu verstehen. Dazu kam das ständige zitieren des Dichters Tratherne, welches alles noch unwirklicher erscheinen lies. Vieles ist bald schon ins zu viele Details geschildert, oft wiederholt.

Jeder wird sich fragen, warum ich doch das Buch weitergelesen habe? Doch da gab es was, einen unsichtbaren Faden, der mich weiterzog. Der meine Neugierde einfach nicht ruhen lies. Was waren das für Geheimnisse in Ledwardine, die nicht aufgedeckt werden sollten. Egal wie lange sie her sind? Was spielten die verschiedensten Personen für eine Rolle in diesem verwirrenden Kriminalroman? Gibt es wirklich Gespenster im Pfarrhaus und vorallem: was ist mit der Pfarramtswärterin Merrily Watkins los.

Die zweite Hälfte des Buches gab mir dann das gesuchte. Verschwundene Mädchen, verschiedene Verdächtige und den einen oder anderen Mord. Doch nicht alles wurde zu Zufriedenheit aufgelöst. Doch, nachdem dies der Auftakt einer neuen Serie ist, hoffe ich die Lösungen im nächsten Teil zu finden. Denn ja, am Ende war ich so gefangen, das ich nun unbedingt lesen möchte, wie es weitergeht.

Ein ungewöhnlicher Krimi mit leichten Anlaufschwierigkeiten, düsterer Atmosphäre, Spannung, Mystery und Grusel in einem, vereint mit einem Kult rund um Äpfel und Cider.
Phil Rickmann, geboren in Lancashire, ist LIteraturkritiker und im Nebenberuf Autor. Zu seinen Werken gehören auch bemerkenswert erfolgreiche Horrorromane, die er unter dem Pseudonym Will Kingdom verfasst. Seit Ende der neunziger Jahre schreibt er an der Krimireihe um Merrily Watkins.

©Tine Schweizer

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ISBN: 978-499-24905-1 Preis: 9,95 Euro Originaltitel: The wine of Angels Verlag: rororo


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Ein Kommentar zu „Rezension – Phil Rickmann ~ Marrilyn Watkins1 Frucht der Sünde

  1. mir ging es ähnlich, eine zeitlang wusste ich nicht, was ich mit dem Buch anfangen sollte, war es doch nicht wie erwartet. Aber ich bin jetzt ein Merrily Fan. Besonders sympatisch ist für mich das Mutter – Tochter Verhältnis und ihre sehr ausgewogene Dauerdiskussion zum Thema Spiritualität.
    Mir gefällt deine Rezension.
    Lg Simone

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