Autoreninterviews

Interview mit Sebastian Glubrecht

copyright Enno Kapitza

Sie kommen gebürtig aus Hannover und nun hat es sie in den Süden Deutschlands verschlagen. Dort lebt ja ein ganz anderer Menschenschlag. Konnten Sie sich dennoch gut einleben?

Ja, auch wenn ich am Anfang Sprachschwierigkeiten hatte. Zum Glück kann man Herzlichkeit aber auch spüren, da muss man nicht immer reden. Auch das musste ich erst lernen. Wahrscheinlich hatte ich es hier auch einfacher als andere Zugereiste, weil ich mich in eine Münchnerin verliebte, die mich ihren Freunden vorstellte. Das kann ich wirklich jedem empfehlen.

Wie sind Ihnen die Ideen zu Ihren Büchern „Na servus“ und „Ja mei“ gekommen?

Ich habe einen sehr unterhaltsamen Freundeskreis und eine großartige Familie.

Fällt es Ihnen leicht, in Bayrischen Dialekt zu schreiben?

Nein, im Gegenteil. Ich benutze Nachschlagewerke und echte Bayern. Und zu guter Letzt wird das Ganze noch mal Korrektur gelesen. In meinen Büchern sollte das Bairisch nicht nur möglichst korrekt, sondern auch leicht zu lesen sein. Beim Spagat zwischen diesen beiden Prämissen hole ich mir gern mal eine Zerrung.

Haben Sie „Nachhilfe“ in Bayrisch bekommen?

Jeden Tag – von Lesern, Freunden und Kollegen. Nur mein Schwiegervater hat es mittlerweile aufgegeben.

Gibt ihr Debütroman ihre eigenen Erfahrungen in Bezug auf die Bayern und eventuell auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte wieder?

Ein wenig ist das Buch schon autobiographisch eingefärbt. Ich bin tatsächlich von Berlin nach München gezogen. Einige Charaktere haben auch reale Vorbilder. Allerdings ist die Handlung fast komplett frei erfunden. Zum Glück habe ich in Wirklichkeit kein so aufregendes Leben.

Wie sind die Cover zu den beiden Büchern entstanden und waren Sie daran beteiligt?

Die Cover hat der Verlag gestaltet. Ich habe sie gesehen und mich über den latent ironisch-bayerischen Stil gefreut. Insofern war ich emotional sehr beteiligt.

Wie viel Sebastian Glubrecht steckt im Waschtl aus ihren Romanen?

In den meisten Figuren steckt etwas von mir, auch in Jochen, sogar in Knoll. Am meisten aber natürlich im Waschtl – ich würde sagen etwa 43,27 Prozent.

Haben die Figuren in ihren Romanen echte Vorbilder?

Die einen mehr, die anderen weniger. Aber kein Charakter ist identisch mit einer lebenden Person. Der Knoll und mein echter Schwiegervater sind sich wahrscheinlich am ähnlichsten.

Planen Sie weitere Romane mit Waschtl und Roni?

Schaugn ma moi, da seing ma scho. Vielleicht geht die Geschichte weiter.

War es einfach für diese besonderen Romane einen Verlag zu finden?

Ja, zum Glück. Rowohlt hat sich da sehr engagiert.

Haben Sie schon weitere Planungen für neue andere Projekte?

Gerade schreibe ich am Drehbuch zu der Verfilming von „Na servus!“ Das Buch kommt ja auch noch ins Kino.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, würden sie wieder nach Berlin zurückziehen? Oder lieber in München blieben? Oder vielleicht wo ganz anders hin?

Manchmal vermisse ich Berlin schon, aber dorthin zurückziehen würde ich nicht mehr. Ich habe dort genau im richtigen Alter gelebt und mich so richtig austoben können. Gerade fühle ich mich in München am wohlsten – und das seit sieben Jahren. Es gibt ja diesen Spruch „Daheim ist, wo das Herz ist“ – mein Herz ist in meinem Körper oben links und metaphorisch bei meiner Familie und meinen Freunden. So lange ich diese drei Faktoren bei mir habe, bin ich überall zuhause.

Lesen Sie persönlich auch sehr gern und welches Genre bevorzugen Sie?

Wenn ich erst ein lustiges Buch gelesen habe, muss danach meist ein spannendes her, auf ein modernes folgt ein Klassiker. Das kommt auch immer darauf an, wo ich lese. Im Urlaub und an freien Wochenenden habe ich mehr Zeit für ein Buch, so dass es mich nicht sofort fesseln muss. Wenn ich aber abends vor dem Einschlafen lese, muss das Buch mich sofort packen.

Welche sind ihre Lieblingsautoren?

Max Frisch, Martin Suter, Frans G. Bengtsson – und Hans Rath lese ich gerade auch sehr gern.

Was würden Sie jemanden raten, der ein Buch veröffentlichen möchte?

Seine Idee zu entwickeln, kritisch mit sich selbst zu sein, an den Leser zu denken und den Helden bitte leiden zu lassen. Viele Leute, die Bücher veröffentlichen möchten, wollen kurioserweise auch nicht anfangen zu schreiben oder schieben das immer weiter hinaus. Dabei geht es doch genau darum.

Bitte ergänzen Sie: Familie ist …

Überraschend großartig.

Herzlichen Dank dafür das Sie sich die Zeit genommen haben die Fragen zu beantworten!

Die Gewinnerin des signierten Romanes ist Iris G. – Herzlichen Glückwunsch

©Tine Schweizer

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4 Kommentare zu „Interview mit Sebastian Glubrecht

  1. Vielen Dank für dieses tolle Interview und natürlich für mein gewonnenes signiertes Buch, welches ich heute schon aus dem Briefkasten holen durfte.
    Danke Tine, danke Sebastian Glubrecht!!

  2. Oh super, das du gleich eine Rückmeldung gibt. Ich freu mich immer zu hören, wenn alles gut angekommen ist. Wünsche dir sehr viel Spaß beim lesen.

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