Autoreninterviews

Interview mit Eva Völler

Liebe Frau Völler,

vor kurzem erschienen ist ihr neuester humorvoller Roman „Beiß mich“. Dieses Mal haben Sie sich für das Thema Vampire entschieden. Wie kamen sie auf die Idee einen Vampirroman zu schreiben?

Das ist schon lange her. Der Roman erschien in seiner ursprünglichen Fassung – unter demselben Titel – ja schon vor ca. 10 Jahren. Zu jener Zeit waren weit und breit noch keine Frauenbücher mit Vampiren in Sicht. Vampire mochte ich aber damals schon sehr, ich war ein Fan von Anne Rice und liebte ihre Reihe um den Vampir Lestat. Da kam mir der Gedanke, dass ein witziges Frauenbuch, in dem ein Vampir mitspielt, mal was ganz Neues wäre…

Was halten Sie als Autorin von diesem Vampir-Buch-Boom?

Er scheint ein tiefsitzendes Bedürfnis bei den Leserinnen zu befriedigen, sonst gäbe es ja nicht so viele. Hier gelten die Marktgesetze: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Eines Tages werden wahrscheinlich die beißenden Lover langweilig, und es kommen andere Trends. Verlage – und damit auch die Autoren – richten sich immer nach den Leserwünschen, quasi „Biss zum Gehtnichtmehr“ . Mich hat es jedenfalls sehr gefreut, dass „Beiß mich“ durch diesen Trend noch eine Neuausgabe erfahren hat.

Wie kommt es, dass jemand mit dermaßen viel Fantasie sich für den Beruf Richterin entscheidet?

Sie ahnen ja nicht, wie viel Fantasie manchmal gerade bei den Juristen nötig ist! Man muss sich nämlich immer die schlimmsten Dinge vorstellen können …

Wer bekommt zuerst Ihre fertigen Manuskripte zu lesen?

Meine Agentur und parallel dazu meine Lektorin.

Haben Sie Mitspracherecht bei den Covern Ihrer Bücher?

Ich bekomme die Coverentwürfe gezeigt und kann meine Meinung dazu sagen. Bisher waren sie immer toll!

Woher nehmen Sie die Inspirationen zu den Figuren? Sind es lebende Personen, die Ihnen als Vorlage dienen?

Wenn, dann höchstens unbewusst. Bei den historischen Romanen schon eher, aber da habe ich den Vorteil, dass die Leute, die real existiert haben, schon lange tot sind.

Warum haben Sie „Charlotte Thomas“ als Pseudonym erfunden und warum genau diesen Namen? Hat das einen Hintergrund?

So hieß meine Urgroßmutter, dadurch bleibt der Name praktisch in der Familie.

Wie lange schreiben Sie ungefähr an einem Buch?

Kommt ganz darauf an, in welchem Genre. Bei den heiteren Frauenromanen höchstens ein halbes Jahr, bei den historischen bis zu einem Jahr.

Macht es für Sie einen großen Unterschied, ob sie einen Historischen Roman oder einen „Frauenroman“ schreiben?

Die historischen Romane sind sehr rechercheaufwendig, die Themen anspruchsvoller, man muss daher viel mehr Zeit für die Arbeit einkalkulieren.

Haben Sie schon weitere Roman-Projekte in Planung? Wenn ja in welche Richtung wird es gehen?

Momentan schreibe ich wieder einen lustigen Frauenroman, das macht sehr viel Spaß! Danach folgt ein historischer.

Was für Romane lesen Sie selbst gerne? Lesen Sie auch selber Vampirromane?

Meine Lektüre bewegt sich querbeet durch alle Genres, vom Krimi über Komisches bis hin zu historischen Wälzern. Und natürlich jede Menge Sachbücher zu allen möglichen Themen, die für meine eigenen Bücher wichtig sind.

Haben Sie literarische Vorbilder? Wenn ja welche?

Ich habe viele Lieblingsautoren, aber keine direkten Vorbilder. Als Autor sollte man lieber einen eigenen Weg suchen statt die Fußstapfen anderer auszufüllen, zumal das oft nur im Frust enden kann – jeder Autor denkt und schreibt nun mal anders.

Sie schreiben immer auf hinreissend witzige Art über  Männerfrust, Beziehungsstress usw.
Nehmen Sie persönlich das Leben auch nicht so ernst?

Ich versuche immer, die heitere Seite im Leben zu sehen. Wer lacht, zeigt dem Leben die Zähne. (Eigentlich ein guter Spruch, oder? Klingt, als hätte es jemand Wichtiges gesagt; leider weiß ich nicht, wer).

 

Vermissen Sie die Arbeit als Richterin/Rechtsanwältin, oder war es schon immer Ihr Wunsch als Schriftstellerin tätig zu sein? Wie kam es dazu, dass Sie den Schritt – den Wechsel – gewagt haben, gab es einen Auslöser?

Geschrieben habe ich schon immer gern – sowohl bei meinen Schulaufsätzen als auch bei meinen juristischen Schriftsätzen und Urteilen wurde mir gelegentlich ein Hang zu ausschweifenden Formulierungen nachgesagt. Als ich dann Mitte der Neunziger meine eigene Anwaltskanzlei eröffnete, bekam ich meinen ersten PC. Beim Ausprobieren von WORD entstand dann – eher unabsichtlich – eine Geschichte, die sich flugs zu einem ganzen Roman auswuchs. Das war eine Art Initialzündung, der Anfang meiner schriftstellerischen Laufbahn. Als ich dann vor fünf Jahren mit dem Schreiben historischer Romane anfing, wurde die Arbeit daran so zeitintensiv, dass ich Prioritäten setzen musste. Nach einigem Überlegen habe ich die Robe an den Nagel gehängt. Und es bis heute nicht bereut. Ich war gerne Juristin, aber das Schreiben macht letztlich einfach mehr Spaß. Ein Autor kann selbst bestimmen, wie seine Geschichten sich entwickeln und wie sie enden. Als Anwalt ist man da doch deutlich mehr Unwägbarkeiten ausgesetzt – vor Gericht und auf hoher See ist man bekanntlich nie vor Überraschungen gefeit …

Wie hat Ihre Familie und Ihr Umfeld reagiert als sie das Schreiben von Büchern von Ihrer Berufung zu Ihrem Beruf gemacht haben?

Sie fanden das zum Glück alle toll.

Fließt Ihr juristisches Wissens in Ihre Bücher ein?

Schaden kann es jedenfalls nicht, vor allem ist es sehr nützlich, wenn Anwälte im Roman mitspielen.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie es war als Ihr erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde und wie es dann war, als es im Buchladen erschienen ist?

Das war jeweils ein sehr euphorischer Moment, unbeschreiblich schön!

Was bringt Sie persönlich zum lachen?

Wenn meine Kinder was Lustiges sagen. Und die Bücher von Kerstin Gier und Sophie Kinsella.

Bitte ergänzen Sie:

Lesen ist….

Ein unverzichtbarer Teil meines Lebens.

Herzlichen Dank für das Interview.

Die Gewinnerin des Buches ist Kirsten D.

©Tine Schweizer

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Ein Kommentar zu „Interview mit Eva Völler

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