Allgemeines · Autoreninterviews

Interview mit Carina Bargmann

Liebe Frau Bargmann, Sie haben schon sehr jung Ihren ersten Roman veröffentlicht und mit Sayuri eine wunderbare Fantasygeschichte für junge Leser in die Buchläden gebracht. Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch?

Einige Charaktere hatte ich schon länger im Kopf. In Zusammenarbeit mit dem Verlag hat sich die Geschichte zu den Charakteren entwickelt. Die Inspiration dafür hab ich aus dem Alltag genommen. Aber ich kann sie an keinen Ereignissen in meinem Leben fest machen. Eine Geschichte entwickelt sich vom ersten Gedanken bis zum ersten Satz, den ich aufschreibe, noch häufig, während ich sie im Kopf ausarbeite. Dabei kann mich alles beeinflussen, was mir in der Zeit begegnet.

Hat es lange gedauert, bis Sie die Zusage vom Arena Verlag bekamen? Oder überhaupt bis sich ein Verlag für eines Ihrer Manuskripte interessierte?

 

Ich hatte zuerst einen Agenten, bevor ich mich an einen Verlag wandte. Mein Agent hat den Kontakt hergestellt und mir den Verlag vermittelt. Die Zusage vom Verlag kam, kurz nach der Kontaktaufnahme. „Sayuri“ ist erst im Anschluss entstanden. Die Arbeit mit dem Verlag zusammen hat mir großen Spaß gemacht. Es ist etwas ganz anderes, als seine Geschichten nur für sich und für ein paar Freunde zu schreiben.

 

Haben Sie sich direkt an den Verlag/die Verlage gewandt oder über einen Agenten?

Ich bin auf einen Agenten aufmerksam gemacht worden und habe ihn, nachdem ich es einmal bei einem Verlag probiert hatte, angeschrieben. Daraus ist eine wunderbare Zusammenarbeit entstanden, die mir großen Spaß macht!

Haben Sie bestimmte Schreibrituale?

Nein, ich hab keine Rituale. Aber ich höre meistens Musik, wenn ich am Laptop schreibe, und schaffe am meisten, wenn ich mich abends dran setzte.

War es schon immer Ihr Traum, irgendwann ein Buch zu veröffentlichen?

Anfangs nicht. Aber was heißt auch „immer“? Mit zehn Jahren habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Mit vierzehn hatte ich erstmals den Traum vom Autorendasein. Damals hab ich ihn allerdings als utopisch verdrängt. Ganz ist mir das aber doch nicht gelungen. Und ich hab begonnen, mich über die Verlagswelt zu informieren.

Wann haben Sie angefangen ihre ersten Geschichten zu schreiben?


Erzählt habe ich schon immer viel. Die erste Geschichte, die ich am Computer geschrieben habe und die länger als fünf Seiten wurde, habe ich mit 13 Jahren geschrieben. Die Geschichte hatte am Ende über hundert Seiten. Das hat mir großen Spaß gemacht, deshalb hab ich weiter geschrieben und immer neue Geschichten erfunden.

Woher nehmen Sie die Ideen und Inspirationen?

Als Inspiration nutze ich alles, was mir in meinem Leben begegnet. Alles, was mich beeinflusst, beeinflusst auch meine Geschichten. Manchmal sind das Gespräche, manchmal sind das Zeitungsartikel und manchmal Bücher oder Filme. Die Eindrücke, Gefühle und Gedanken dazu verarbeite ich mal mehr, mal weniger in meinen Geschichten. Häufig passiert das auch unbewusst. Darüber denke ich nicht nach.

Ist Schriftstellerin ein Berufswunsch von Ihnen?

Sicher weiß ich das noch nicht. Ich werde immer schreiben, solange irgendein Freund sich dafür interessiert und meine Geschichten liest, aber ich möchte nicht nur in meinem Zimmer sitzen und schreiben, sondern auch ganz viel erleben. Und nach der Schule möchte ich studieren. Solange bleibt das Schreiben auf jeden Fall ein Hobby für mich.

Ist es schwierig sich in Ihrem Alter in der Welt der Autoren und Verlage durchzusetzen?

Dank meinem Agenten habe ich da überhaupt keine Probleme. Ich glaube auch, dass das Alter da nicht so sehr entscheidend ist. Vom Verlag und von meinem Agenten werde ich als Autorin ernst genommen, nur so kann die Zusammenarbeit funktionieren. Und dann macht das Zusammenarbeiten auch Spaß.

Wie haben Sie es zeitlich geschafft neben der Schule ein Buch zu schreiben?

Das ist eine Frage, die ich mir inzwischen auch manchmal stelle. Ich weiß es nicht. Ich kann einfach nicht anders als schreiben, wenn mir ein Gedanke kommt und ein Charakter durch den Kopf geistert. Dann beginne ich über ihn zu schreiben und habe auch die Zeit dafür, obwohl die Schule die höchste Priorität hat. Manchmal muss die Geschichte auch ein paar Tage liegen bleiben, bis die Klausuren und die Lernphasen vorbei sind. Das ist manchmal ganz schön schwierig.

Wie in Ihrer Biografie nachzulesen ist, interessieren Sie sich für die Japanische Sprache. Woher kommt Ihr Interesse an dieser? Was fasziniert Sie an der asiatischen Kultur? Es ist ja doch eher ungewöhnlich!

Japanisch-Unterricht wurde an meiner Schule angeboten und es hat mich interessiert, gerade weil es eher ungewöhnlich war. Ich fand es spannend, Schriftzeichen zu lernen und den Aufbau einer Sprache kennen zu lernen, die ganz andere Strukturen hat, als die deutsche Sprache. An der Kultur fasziniert mich vor allem der Spagat, den Japan zwischen Tradition und High-Tech schafft.

Lesen Sie japanische Bücher bzw. sehen Sie sich japanische Filme an oder hatten Sie vielleicht sogar schon die Möglichkeit, Ihre japanischen Sprachkenntnisse direkt einzusetzen?

Nein. Ich habe Mangas eine Zeit lang begeistert gelesen und auch mal den einen oder anderen Film entsprechend gesehen. Aber meine Sprachkenntnisse haben noch nie Anwendung gefunden und inzwischen habe ich auch nicht mehr viel damit zu tun. Für meine Geschichten habe ich mich für japanische Namen entschieden, weil sie mir vom Klang gefielen und ihre Bedeutungen zu den Charakteren passten.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor? Einen Beruf erlernen/studieren und nebenbei Bücher schreiben?

Ich möchte nach der Schule auf jeden Fall studieren. Schreiben werde ich nebenher auch, einfach, weil ich es nicht sein lassen kann. Ich bin gespannt, wie sich meine Hobbys mit einem Studium vereinbaren lassen.

Lesen auch in der Freizeit gerne Fantasyromane? Oder was ist Ihr bevorzugtes Genre?

Fantasyromane sind auf jeden Fall in der Überzahl, wenn ich einen Blick in mein Bücherregal werfe. Aber ich lese auch gerne Krimis oder historische Romane. Wichtig sind mir die Atmosphäre, der Schreibstil und die Charaktere in den Geschichten.

Haben Sie einen Lieblingsautor?

Es gibt mehrere Autoren, deren Werke ich gerne lese. Zum Beispiel Markus Heitz oder Christoph Marzi oder Ulrike Schweikert. Einen Lieblingsautoren, den ich schon immer gerne gelesen habe und von dem ich alle Bücher besitze, gibt es nicht.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit zum Lesen. Ich glaub, das letzte, was ich gelesen habe, war ein Geo-Artikel. Das letzte Buch müsste „Tartufo“ gewesen sein.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Buch und dem Erfolg?

Sie freuen sich mit mir und sind stolz! Und das freut mich riesig. Erfolg macht nur Spaß, wenn man jemanden hat, mit dem man sich zusammen darüber freuen kann.

Hat sich der Umgang Ihrer Freunde zu Ihnen verändert?

Zum Glück nicht. Es gab um die Veröffentlichung ein bisschen mehr Gespräche darüber und Freude, aber der Umgang mit meinen Freunden ist der gleiche geblieben. Darüber bin ich froh. In der Schule bin ich nur eine Mitschülerin und das Schreiben ist ein Hobby, so wie jeder Mensch seine Hobbys hat. Das finde ich wunderbar so.

Wurden Sie oft von den Mitschülern angesprochen und was sagt Ihr Deutschlehrer zu dem Buch?

Meine Deutschlehrerin hat noch kein Wort darüber verloren. Ich bin froh, dass die Veröffentlichung im Unterricht für mich nichts verändert hat. Manchmal werde ich von Mitschülern darauf angesprochen, aber das ist eher seltener. Aber über Glückwünsche, Fragen oder einfach nur die Aussage: „Ich hab das Buch gelesen, es war toll!“ freue ich mich riesig.

Haben Sie während des Schreibens damit gerechnet, dass Sayuri ein solcher Erfolg wird?

Nein. Vielmehr habe ich mich immer mehr hinterfragt, als ich es fast zu Ende geschrieben hatte. Da kamen dann Zweifel und tausend Ideen, wie man es besser hätte machen können. Und mir fiel ganz viel auf, das ich plötzlich ungünstig oder ungeschickt fand. Ich wurde richtig kritisch und hatte fast schon Angst vor dem Fazit einiger Menschen, die mir sehr wichtig sind. Zu meiner Freude war das Feedback aller bisher aber wirklich positiv.

Arbeiten Sie schon an Ihrem nächsten Buch? Wenn ja, können Sie uns schon irgendetwas darüber verraten? Wird es mit Sayuri weitergehen, oder kommt etwas ganz eigenständiges heraus?

Meine nächste Geschichte wird eine ganz andere. Zu „Sayuri“ wird es keine Fortsetzung geben. Allerdings werde ich weiterhin Fantasyromane schreiben. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die gerne Schreiben und ein Buch veröffentlichen wollen?

Ich würde raten, sich Leser zu suchen, die ehrlich und hart kritisieren. Nur durch Kritik kann man besser werden. Dann braucht man auf der einen Seite eine harte Schale, weil man die Kritik nie persönlich nehmen darf, aber man muss auch bereit sein, die Kritik anzunehmen. Das heißt nicht immer, dass man seine Geschichten oder Schreibstil ändern muss. Auch Kritik muss hinterfragt werden. Aber es gibt einem die Chance, sich zu verbessern. Und dann muss man am Ball bleiben und schreiben, schreiben, schreiben.

Herzlichen Dank für das Beantworten der Fragen!

©Tine Schweizer

3 Kommentare zu „Interview mit Carina Bargmann

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