Autoreninterviews

Interview mit Mia Morgowski

 

(C) Franca Wrage

Mit ihrem neuen Roman haben Sie genau den Nerv vieler Leser getroffen. Arztromane haben immer was von Schmöckerheften. Wie sind Sie auf die Idee für dieses Thema gekommen?

Ich fand das schmuddelige Image, das Arztromane immer noch haben, einfach spannend. Und dass den meisten Menschen schon allein bei dem Gedanken an die dünnen Groschenheftchen ein Schauer über den Rücken läuft, erst recht. Also habe ich meiner Lektorin den Vorschlag unterbreitet und sie fand ihn gut. Wobei „die Nächste, bitte“ ja, genau genommen, gar kein Arztroman im klassischen Sinne geworden ist. Eher ein komödiantischer Liebesroman mit Arztbeteiligung.

Wie lange dauert die Umsetzung einer Idee in einen Roman?

Ich bin schätzungsweise ein Jahr mit dem Schreiben eines Romans beschäftigt, inklusive Korrektur- und Lektoratsphase. Wäre ich disziplinierter, ginge es vermutlich schneller. Aber obwohl ich das Schreiben liebe, versuche ich gleichzeitig ständig, mich davor zu drücken.

Wie kommen Sie auf Ihre Charaktere? Werden Sie hier von Ihrer Umwelt inspiriert?

Die meisten meiner Protagonisten sind schlichtweg erfunden. Sie müssen mir in ihrem Wesen sympathisch sein, dann geht der Rest fast von allein. Zusätzlich schneide ich mir als Inspiration Fotos aus Zeitschriften aus, die ich dann zuhause, neben meinem Schreibtisch, an eine große Pappe hefte. Jede der Hauptfiguren bekommt eine Spalte, in der ich alles zusammentrage, was für mich zum Charakter dieser Person dazugehört. Inspirationen aus dem Alltag, also wenn jemand auf eine bestimmte Art und Weise redet oder gekleidet ist, fließen natürlich auch mit ein. Das geschieht allerdings meist unbewusst. Ich hoffe, dass sich noch keiner wiedererkannt hat!

Sie waren für ihren aktuellen Roman sehr viel bei Ärzten unterwegs. Hat dies sehr viel Überwindung gekostet und haben Sie überall offen ausgefragt. Oder waren Sie viel „inkognito“ unterwegs? Was haben die Ärzte dazu gesagt?

Also, sooooo oft war ich eigentlich gar nicht beim Arzt. Außerdem ist mein Vater Arzt, somit habe ich schon früh erfahren, wie der Laden läuft. Zusätzlich habe ich viel im Internet recherchiert. Da bieten sich ja heutzutage sehr viele Möglichkeiten. Paul praktiziert schließlich im Bereich Anti-Aging – da haben mir meine Allgemeinmediziner-Tochter-Vorkenntnisse nur bedingt weitergeholfen. Ein paar Interviews musste ich deshalb führen, ganz offiziell. Die Ärzte fanden es witzig und waren durchweg nett und aufgeschossen. Die wissen natürlich ganz genau: Wer nett ist, wird weiterempfohlen.

Welcher Arzt oder Ärztin hat sie am meisten beeindruckt während ihrer Recherche und warum?

Also naja … die waren schon alle sehr nett. Da hat sich keiner besonders hervorgetan. Viele haben mir allerdings versichert, dass sie es niemals schaffen würden, einen Roman zu schreiben und mich für meine Kreativität bewundert. Das war zwar nicht beeindruckend, aber äußerst schmeichelhaft 😉

Waren Sie nur bei Hausärzten, oder auch bei Fachärzten?

Wie schon gesagt: Dr. Rosen ist Anti-Aging Doc. Da werden Dinge gemacht, die mein Vater oder auch mein Hausarzt nur mit einem stummen Kopfschütteln quittiert hätten. Vielleicht auch noch mit spontanem Achselschweiß. Eine andere Reaktion wäre ihnen vermutlich nicht zu entlocken gewesen. Nein, für Anti-Aging Recherche sollte man zum Dermatologen oder gleich zum Schönheitschirurgen. Ich habe den Chirurgen gewählt – aus aktuellem Anlass. Aber nicht, was Sie jetzt denken! Da ich seit geraumer Zeit ein unschönes Lipom (auf deutsch nennt sich das Biest Fettgeschwür – klingt noch schlimmer, nicht?) am Dekolleté hatte, bin ich damit in seiner Praxis aufgetaucht. Meine Frauenärztin meinte nämlich, Schönheitschirurgen machen die schönsten Narben. Nja. Sofern man bei einer Narbe von schön sprechen kann, hatte sie Recht. Und wenn man schon mal bei vollem Bewusstsein unterm Messer liegt, kann man die Zeit auch sinnvoll nutzen. Der Mann war sehr gesprächig …

Gibt es etwas, was Ihnen sofort gute Laune beschert?

Wenn morgens beim Aufstehen bereits die Sonne scheint.

Ihr Buch „Kein Sex ist auch Keine Lösung“ wird gerade verfilmt. Wie haben Sie das empfunden, als Sie dies erfahren haben?

Als Michael Töteberg, der Leiter der Rowohlt Medienagentur, anrief, um mir mitzuteilen, dass eine Produktionsfirma meinen Roman zur Verfilmung optioniert hat, war ich zunächst sprachlos. Damit hatte ich niemals gerechnet und konnte es kaum glauben. Erst als wir uns trafen, um weitere Details zu besprechen, habe ich langsam realisiert, dass er es ernst meint. Das ist schon ein tolles Gefühl!

Sind sie mit dem Cast für diesen Film zufrieden?

Auf jeden Fall! Ich war von Anfang an begeistert, wer alles an namhaften Schauspielern zugesagt hatte. Viele der Schauspieler und auch den Regisseur habe ich später kennengelernt und sogar selbst eine klitzekleine Rolle gespielt. Die Filmcrew war wahnsinnig nett, sie haben super gespielt und ich bin total gespannt auf den fertigen Film.

Werden Sie ins Kino gehen und sich diese Verfilmung anschauen?

Machen Sie Witze? Ich werde vermutlich zehnmal ins Kino gehen. Mindestens 😉

Gibt es evtl Pläne das „Die Nächste, bitte“ verfilmt wird?

Ich glaube, dass diesbezüglich Gespräche laufen, aber mehr erfahre ich leider auch erst, wenn die Sache konkret wird.

Wenn würden Sie sich hier als Protagonisten wünschen?

Also für Nella ist die Sache klar: Liv Tyler! Pauls Rolle könnte vielleicht von Bradley Cooper übernommen werden, das wäre doch hübsch. Und die seines Vaters kann ich mir prima mit Mario Adorf besetzt vorstellen …

Nein, im Ernst: Ich hege keinerlei Wünsche. Letzten Endes habe ich ohnehin keinen Einfluss auf diese Entscheidung.

Wären Sie irgendwann in Ihrem Leben auch gerne Ärztin geworden?

Als ich mit 18 an der Gallenblase operiert wurde, konnte ich mir sehr gut vorstellen, an der Seite dieses attraktiven pakistanischen Assistenzarztes eine mehrtägige Kongressreise anzutreten. Rein kollegial natürlich …

Haben Sie schon eine Idee für das nächste Buch oder arbeiten Sie gerade an einem?

Ich schreibe gerade an dem Konzept für meinen neuen Roman. Wieder soll ein Mann die Hauptrolle spielen und wieder soll er durch die Hölle gehen! Dieses Mal landet er aufgrund eines Missverständnisses als Verkäufer in einer Luxus-Damenboutique. Dabei wollte er eigentlich Rock-Sänger werden … Oh, ich freue mich schon!

 

Wo schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten sitze ich mit meinem Laptop im Café. Da hat man ein bisschen Trubel um sich herum. Ansonsten kann Schreiben nämlich sehr einsam sein.

 

Herzlichen Dank Frau Morgowski, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben!

Die Gewinnerin des signierten Exemplares von „Die nächste Bitte“ ist Ramona N.

Herzliche Glückwünsche!

 

Homepage der Autorin

Mia Morgowski bei Facebook

 

3 Kommentare zu „Interview mit Mia Morgowski

Wenn du willst, dann schreib doch was dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s