Autoreninterviews

Interview mit Kerstin Hohlfeld

Liebe Frau Hohlfeld,

mit Glückskekssommer haben Sie Ihren Debütroman veröffentlicht. Wie groß war hier die Spannung bis zum Erscheinungstermin?

Die Spannung war natürlich sehr groß und in meiner Fantasie habe ich alles, was passieren kann, mindestens dreimal durchgespielt. Von: „Das kauft kein Mensch.“ bis „Das wird ein Bestseller.“ Die Wahrheit liegt wie (fast) immer irgendwo in der Mitte.

 

Wie ist das Gefühl, dass der Roman überwiegend so gut ankommt und wie gehen Sie mit Kritik um?

Ich wollte mit meinem Buch Freude machen, die Leser zum Schmunzeln bringen und ihnen ein paar entspannte Stunden schenken. Über das positive Feedback freue ich mich riesig, denn es zeigt mir, dass ich mit meinem Ansatz wohl richtig gelegen habe. Allerdings glaube ich, dass das Buch, wenn es sich noch mehr in der Leserschaft verbreitet, auch noch mehr Kritiker bekommen wird. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Kein Autor kann den Geschmack eines jeden Menschen treffen. Dazu sind wir alle einfach zu unterschiedlich. In diesem Sinne denke ich (und hoffe), dass ich mit Kritik ganz gut umgehen kann. Davon abgesehen stecken darin ja auch oft Denkanstöße für die weitere Arbeit.

 

Haben Sie selber in Büchergeschäften geschaut, ob der Roman dort ausgestellt liegt?

Ja, na klar. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich war zwei Tage nach Erscheinungsdatum hier in Berlin bei Hugendubel. Und da lag es, und das war ein echt schöner Moment. Davon abgesehen, hätte ich nicht gucken müssen, denn meine Familie und Freunde haben sich zu richtigen „Glückskekssommer-Spürnasen“ entwickelt und berichten mir brühwarm, wenn sie es irgendwo gesehen oder nicht gesehen haben. Ich denke, irgendwann demnächst wird sich das gegeben haben und der Umgang damit ein wenig normaler. Aber das erste Buch ist wie das erste Kind – eine unglaublich aufregende Erfahrung.

 

Wie kamen Sie auf die Idee einen Roman zu schreiben?

Glückskekssommer ist schon mein zweiter Roman. Der erste, der eher ein ernstes Thema behandelt, ist bisher noch nicht veröffentlicht worden. Schon immer gab es Leute, die mir gesagt haben, dass ich schön erzählen kann. Das habe ich dann einfach mal geglaubt und mich zuerst an Kurzgeschichten versucht. Aber der Traum mal ein ganzes Buch zu schreiben, war schon seit Kindertagen da.

 

Wie viel steckt von Ihnen in Rosa?

Genau wie meine Hauptfigur war auch ich in meinen jungen Jahren sehr verträumt, auch ein bisschen naiv. Das Leben musste mich erst mal „in die Zange nehmen“, und ich musste lernen, dass den rosaroten Fantasien auch ein paar Taten folgen müssen, damit ein Traum überhaupt wahr werden kann. Um so schöner das Gefühl trotz Schwierigkeiten etwas erreicht und durchgesetzt zu haben, dass zuerst noch ganz weit weg schien. Denn das macht stark und selbstbewusst. So wie es Rosa passiert ist. Und mal ehrlich, sind wir nicht alle ein bisschen Rosa?

 

Haben Sie gefeiert, als Sie erfuhren, dass Ihr Roman veröffentlicht wird?

Ich erwähnte ja bereits, dass ich vorher schon einen Roman geschrieben habe, des Weiteren ein Drehbuch und den Entwurf für eine Fernsehserie. All diese Projekte ließen sich prima an. Ich erhielt Verträge und sogar einen ganz tollen europäischen Förderpreis. Am Ende wurde jedoch nichts davon realisiert. Der Verlag steckte auf einmal in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der oberste Entscheidungsträger in der ARD lehnte das Drehbuch ab…

Als ich den Buchvertrag von Gmeiner bekam, dachte ich einfach nur: „Schauen wir mal. Vielleicht fällt noch ein Komet auf den Verlag und dann wird es wieder nichts.“

Ich konnte erst glauben, dass alles real ist, als ich das Buch in den Händen hielt. Da habe ich mit meinem Mann einen Sekt aufgemacht.

 

Liegt schon ein neues Manuskript bereit zum Veröffentlichen?

Wird es evtl. eine Fortsetzung von Glückskekssommer geben?

Die beiden Fragen kann ich zusammen beantworten. Ja, ich mache weiter mit Rosa Redlich. Sie ist ein Schatz. Ich mag sie sehr und muss dringend mal schauen, wie es mit ihr und ihrem Basti so weitergeht. Und mit Vicki natürlich. Im Moment schreibe ich. Die Veröffentlichung ist für nächsten Sommer geplant, wieder im Gmeiner Verlag.

 

Ist es ein großer Unterschied einen Roman oder ein Drehbuch zu schreiben?

Ich finde ja. Im Roman muss man sehr viel mehr erzählen. Aber zuviel auch nicht, denn als Leser will ich ja auch noch ein paar Vorstellungen haben. Im Film übernehmen das die Schauspieler.

 

Haben Sie schon viele Drehbücher geschrieben und wurden diese schon verfilmt?

Die Frage habe ich ja oben schon beantwortet.

Mal Hand aufs Herz. So ganz aufgegeben habe ich diesen Traum allerdings noch nicht. Also: „Schauen wir mal.“

 

War es einfach einen Verlag zu finden?

Ich habe eine Agentin, die für mich die Verlage sucht. Ich habe beides erlebt: Die endlosen Absagen – im Fall meines ersten Romans. Und die schnelle Zusage – im Fall von „Glückskekssommer“.

 

Was würden Sie angehenden Autoren raten in Bezug auf Schreiben, Verlagssuche usw.?

Zu erst einmal: Sich einfach ausprobieren, drauf los schreiben, der Fantasie freien Lauf lassen und sehen, ob man genug Puste für einen Roman hat. Und dann bereit sein auch etwas konstruktive Kritik anzunehmen, zu schauen, was am Markt gut ankommt und ein paar Genreregeln befolgen. Sonst wird es echt schwer mit dem Verkaufen (und das ist sowieso schon schwer genug). Man sollte wissen, dass fast alle Autoren Absagen kassieren (auch wenn keiner gern darüber redet) und sich deshalb auch nicht so schnell entmutigen lassen, wenn es nicht gleich klappt mit dem Veröffentlichen.

Meine (noch geringe) Erfahrung hat mir gezeigt, dass es Gold wert ist einen Agenten oder eine Agentin zu haben. Die prüfen das Manuskript kostenfrei, geben Tipps und kennen den Markt und die Veröffentlichungschancen sehr genau. Natürlich können sie keine Wunder bewirken, aber ihre Kenntnis bewahrt einen doch vor großen Fehlern und großem Frust. Wichtig: Ein seriöser Agent kassiert seine Provision immer erst im Erfolgsfall – das heißt wenn ein Manuskript verkauft ist und Zahlungen eingehen. Wer vorher Geld sehen will und große Versprechungen macht, ist nicht seriös.

 

Könnten Sie sich vorstellen, dass Glückskekssommer verfilmt wird?

Oh ja. Das wäre toll. Und Florian David Fitz soll unbedingt den Basti spielen…

 

Wo schreiben Sie am liebsten?

Zuhause, wenn meine Familie aus dem Haus ist. Ich gehöre zu den Leuten, die zum Schreiben gern Ruhe haben.

 

Wie sieht für Sie ein perfekter Glückskekssommertag aus?

In Wirklichkeit:

Ich schlafe aus. Mein Mann macht ein üppiges, leckeres Frühstück. Wir sitzen mit unseren Kindern am Tisch. Die Sonne scheint zum Fenster rein. Dann essen wir zusammen und quatschen. Anschließend brechen wir zu einem Ausflug auf, spazieren an einem See entlang und lassen den Tag in einem schönen italienischen Restaurant ausklingen. Ein gutes Buch, ein toller Film oder eine Party mit Tanz und netten Leuten im Anschluss wären auch nicht schlecht.

Und jetzt noch mal im Traum:

Ich stehe auf, ziehe mir ein tolles Kleid an (Ich bin natürlich gertenschlank.), bummele ein bisschen durch die Straßen. Dann treffe ich zufällig Hugh Laurie, den Darsteller von Dr. House. Er findet mich gleich cool und fragt mich, ob ich mit ihm einen schönen Tag verbringen will. Wir düsen mal eben nach Kalifornien, gehen endlos am Meer spazieren und quatschen miteinander wie alte Freunde (Ich kann natürlich perfekt Englisch.). Es ist etwas Besonderes zwischen uns. Der Abend endet mit einem Dinner bei Kerzenlicht am Strand. Er will mich küssen. Mein Herz klopft wie verrückt.

Uups, da wache ich auf.

 

Was lesen Sie gerne privat?

Fast alles, außer Horror. Und relativ wenig Fantasy.

 

Haben Sie einen Lieblingsautor(in) und warum genau diese(r)

Zum Lachen: „Für jede Lösung ein Problem“ von Kerstin Gier

Mieses Karma“ von David Safier

Zum Weinen: „Ein Menschenleben“ von Guy de Maupassant

Ditte Menschenkind“ von Martin Andersen Nexö

Historienschinken: „Quo vadis“ von Henryk Sienkiewicz

Die Josephus-Trilogie“ von Lion Feuchtwanger

Kinderbücher: „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ von Alexander Wolkow

 

… und alles, was ich von Barbara Wood in die Finger kriegen kann

… und immer mal eine schöne lange Familiensaga.

 

Welche Werke sollten Ihrer Meinung nach in keinem Bücherregal fehlen?

Bücher zum Lachen – Bücher zum Weinen – Bücher, um Rat zu holen – Kochbücher – Kinderbücher – dicke Historienschinken. Diese alle stehen in meinem Bücherschrank.

Krimis, Thriller… warum nicht?

Nur ohne Bücher, das geht nicht.

 

Bitte ergänzen Sie: Glück ist…..

…nicht, wenn man anderen glücklich vorkommt, sondern sich selbst dafür hält.

(frei nach Seneca)

©Tine Schweizer

 

Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um alle Fragen zu beantworten.

Meine Rezension findet ihr Hier!

Die Gewinnerin von Glückskekssommer ist Anita P.

 Herzliche Glückwünsche!

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