Autoreninterviews

Interview mit Boris Pfeiffer

Lieber Herr Pfeiffer, Sie sind einer der Autoren von „Die drei ???Kids“, wie kam es dazu?

Boris Pfeiffer: Vor einigen Jahren las ich auf der Buchmesse in Frankfurt aus meinem ersten Buch für Jüngere: „Kira und Buttermilch“. Mein Freund Ulf Blank, den ich damals allerdings noch nicht gut kannte, war auch dort und las aus seinen „Drei ??? Kids“. Wir trafen uns dort also, verstanden uns gut und als er einige Zeit später einen Mitstreiter zum Schreiben der „Drei ??? Kids“ suchte, weil es für ihn alleine zu viele Bücher wurden, da kamen er und der Verlag darauf, mich zu fragen, ob ich Lust hätte mitzumachen.

Die hatte ich. Nicht zuletzt, weil ich als Kind die „Drei ???“ gerne gelesen hatte. Seitdem schreiben wir die Bücher immer abwechselnd und haben sogar gerade ein Buch und ein Theaterstück gemeinsam verfasst.

Die Serie wird von verschiedenen Autoren geschrieben. Sprechen Sie sich untereinander ab?

Boris Pfeiffer: Mit den Autoren der „Drei ???“ sprechen wir uns nicht ab. Dazu entstehen jedes Jahr zu vielen Geschichten, als dass wir Kids-Autoren uns mit jedem Autor der weiteren Reihe regelmäßig austauschen könnten.

Ulf und ich sprechen natürlich immer wieder miteinander und halten uns auch an einige Verabredungen. Aber wir planen jeder seine Bücher alleine. Wenn es passiert, dass wir uns zufällig in etwas zu arg widersprechen, ist immer noch die verantwortliche Lektorin im Verlag da und kann uns darauf aufmerksam machen.

Und natürlich passiert es schon mal, dass es zu einem von einem Leser oder Elternteil angemerkten Widerspruch kommt. Dabei sollte man dann einfach bedenken, dass die „Drei ??? Kids“ keine fortgesetzte, chronologische Geschichte von Band eins bis Band 50 sind, sondern eine Sammlung vieler Fälle, die nicht nacheinander spielen, sondern lediglich im selben Universum der Geschichten der „Drei ??? Kids“.

Wichtig zu wissen ist dabei auch, dass so gut wie keine Leserin und kein Leser die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens lesen. Fast alle Kinder lesen zuerst Band 25 oder 13 oder 47 und später Band 1, 27 oder 33. Von daher spielt die Chronologie bei den Büchern keine wirkliche Rolle und entsprechend darf es auch Widersprüche geben.

Was Ulf und ich natürlich machen, wir erzählen uns, welche Fälle wir als nächste schreiben wollen und denken auch schon mal gemeinsam über etwas nach. Das war besonders schön, als wir „Der singende Geist“ zuerst als Buch und später als Theaterstück geschrieben haben. Da haben wir gemerkt, wie tief verwurzelt wir beide in der „Drei ??? Kids“-Welt sind und wie gut wir miteinander nachdenken, arbeiten und schreiben können. So gut, dass wir darüber hinaus beschlossen haben, zusammen an einer neuen Buchreihe zu arbeiten. Wir haben sogar schon damit begonnen und werden demnächst einen Verlag ansprechen.

Ist es schwer in so große Fußstapfen wie die von Alfred Hitchcock zu treten?

Boris Pfeiffer: Das kann ich ganz einfach beantworten – nein. Und das wiederum hat einen Grund, den nicht jeder kennt. Ich musste nämlich nie in Alfred Hitchcocks Fußstapfen treten. Weil er niemals eine Zeile für die „Drei ???“ geschrieben hat.

Erfunden wurden die „Drei ???“ von Robert Arthur, der dann, weil ihn selbst niemand kannte, zu Alfred Hitchcock ging und den berühmten Filmregisseur darum bat, ihm zu helfen, die Bücher bekannt zu machen. So kam Alfred Hitchcock auf und in die Bücher. Aber er war nie Autor der „Drei ???“.

Natürlich ist die Reihe sehr berühmt und ich bin als Autor nach vielen Vorgängern dazugestoßen. Andererseits habe ich bisher genau 30 Bücher geschrieben und die Leserinnen und Leser mögen sie. Darum würde ich auch sagen, was die Fußstapfen angeht, dass sie groß aber nicht zu groß gewesen sind. Und ich werde, wenn ich irgendwann einmal damit aufhöre, „Die drei ??? Kids“ zu schreiben, wahrscheinlich selbst einige Fußstapfen für jemand anders hinterlassen haben …

Haben Sie früher selber gerne „Die drei ???“ gelesen?

Boris Pfeiffer: Ja, das habe ich. Ich bin kein ausschließlicher Fan gewesen, sondern einige Bücher gelesen. Mein Lieblingsband war der unheimliche Drache. Ich war eine Leseratte, ich bin es heute noch, und ich habe insgesamt immer gerne Krimis gelesen. Das waren auch die „Fünf Freunde“, „Geheimnis um …“, „Emil und die Detektive“, „Kalle Blomquist“, „Jan, der Detektiv“, „Die schwarze Hand“ und was es noch so gab.

Was fasziniert Sie so am Schreiben von Kinderbüchern?

Boris Pfeiffer: Das liegt wohl daran, dass ich einen Blick auf die Welt habe, der sich gut mit einem Kinderblick vergleichen lässt. Ich nehme nicht viel als selbstverständlich oder fest zementiert hin. Ich kann mir viele Dinge auch anders vorstellen, als sie sind oder getan werden. Außerdem habe ich einen Sinn für Gerechtigkeit und ich denke, den haben Kinder auch. Genauso wie ein Gewissen. Natürlich haben das nicht nur Kinder, aber wie es mir scheint, Kinder doch mitunter lebendiger und maßgeblicher als einige Erwachsene. Ich glaube auch nur bedingt an Sachzwänge und dagegen sehr wohl daran, dass Träume wahr werden können. Das Leben verbiegt uns Menschen offenbar oft und macht uns seelisch oder psychisch etwas mickeriger, als wir es eigentlich als Kinder waren. Wenn man jung denkt, richtet man sich unter Umständen wieder auf. Kinder sagen auch gerne die Wahrheit, und in Kinderbüchern kann ich die Wahrheit sagen, ohne als Moralist abgetan zu werden. Im Gegenteil. Oft ist die Wahrheit ja auch einfach eine Vision vom Leben, das man leben möchte. Ich kann in Kinderbüchern eine einfache, klare Sprache schreiben, ich muss es sogar, sonst werde die Bücher nicht verstanden. Darüber hinaus haben „Die drei ??? Kids“ als Detektive, „Das Wilde Pack“, Rufus in der „Akademie der Abenteuer“ und „Die Unsichtbar-Affen“ alle eines gemeinsam – sie gestalten ihre Welt.

Ist es wahr, dass Autoren von Kinder- und Jugendbüchern nicht die selbe Anerkennung bekommen, wie die von „Erwachsenenliteratur“?

Boris Pfeiffer: Das kann sein, wobei ich das bisher insgesamt nicht so empfinde. Das liegt allerdings wahrscheinlich daran, in welchen Kreisen ich mich bewege. Sobald ich in „Erwachsenenliteraturkreisen“ auftauchen würde, würde ich sicher eher abgetan. Aber ich lebe doch eher mit Buchhändlern, Schulen, Bibliotheken, Kindergärten, Eltern, Kindertheatern … also da, wo Kinder eine Rolle spielen.

Rein sprachlich gesehen, kann ich auch noch ganz anders schreiben als in meinen Kinderbüchern – aber ich schreibe nun mal Kinderbücher.

Neulich rümpfte mal eine Autorin von Erwachsenenkrimis etwas die Nase, als sie hörte, ich schriebe „Die drei ??? Kids“ und „Unsichtbar und trotzdem da!“.

Ach ja, schon mal gehört …“, sagte sie herablassend.

Aber ehrlich, das kratzt mich nicht. Viele Kinder lesen meine Bücher sehr gerne. Viele Eltern lesen sie ihnen sehr gerne vor. Und viele Erwachsene lesen sie auch noch gerne für sich. Darum würde ich sagen: Ich bekomme Anerkennung.

Beim Theater, das ich sehr liebe, habe ich es allerdings mal so erlebt. Ich habe am Erwachsenentheater begonnen und bin später zum Kindertheater gewechselt. Seit ich am Kindertheater gearbeitet habe, war es aber wirklich unheimlich schwer, nochmal Erwachsenentheater zu machen oder dort überhaupt als Künstler wahrgenommen zu werden. Da gibt es schon Menschen, die denken, das eine schließe das andere aus.

Ich vermute also, es wird am Büchermarkt genauso sein.

Wenn ich also mit einem Buch für Erwachsene ankomme, werde ich mich ganz neu beweisen müssen. Da gilt der Lorbeer des Kinderbuchs wahrscheinlich nicht. Aber im Grunde ist das doch auch egal. Ich werde mich dort bewegen, wo ich es gerne will und ich werde etwas erreichen oder nicht. Aber vielleicht eher doch.

Das einzige, was mich im Buchbetrieb wirklich stört, ist, dass man sich mit Büchern, die als Reihe gelten, nicht um bestimmte Preise bewerben darf. „Das Wilde Pack“ ist eine lange Geschichte, so wie „Die Akademie der Abenteuer“ auch eine mehrbändige Geschichte ist. Trotzdem gibt es Stimmen, die von vornherein sagen: Lange Geschichten sind literarisch weniger wert als Geschichten in einem Buch. Das finde ich falsch und ungerecht.

Haben Sie junge Testleser?

Boris Pfeiffer: Nein. Ich schreibe immer erst ein Buch und gebe es dann direkt meiner Lektorin. Ich vertraue darauf, dass meine Geschichten in meinem Stil von den Kindern angenommen, verstanden und geliebt werden können.

Woher holen Sie sich Ihre Ideen?

Boris Pfeiffer: Das wissen die Götter. Manchmal fliegen sie mir zu. Manchmal wächst eine ganze Idee aus einem winzigen Detail. Oder aus einem Traum. Oder aus einem Namen. Manchmal recherchiere ich etwas und stoße dabei auf eine verborgene Welt. Manchmal stehen Figuren vor mir. Ich kann es nie vorhersagen. Die Ideen leben im Unsichtbaren um mich herum und wenn ich aufmerksam genug bin, kommen sie zu mir.

Haben Sie ein bestimmtes Ritual beim Schreiben, z.B. eine bestimmte Tageszeit oder einen Ort, eine Handlung, die immer erfolgt?

Boris Pfeiffer: Nein, ganz und gar nicht. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Ich schreibe gerne morgens nach dem Aufstehen und ich schreibe gerne abends ins Dunkelwerden hinein.

Wissen Sie noch, wie es bei Ihnen mit dem Schreiben angefangen hat?

Boris Pfeiffer: Oh, ja. Es fing damit an, dass ich Gedichte schrieb. So mit zwölf Jahren war das etwa. Wir hatten damals in der Schule Poesie-Unterricht und ich merkte, dass Gedichte etwas Starkes waren. Gedichte waren für mich, was heute ein Rap oder eben auch wieder ein Text bei einem Poetry-Slam sein kann. In ihnen konnte ich Dinge sagen, die sonst nicht so einfach zu sagen waren.

Meinem Lehrer gefielen meine Gedichte zwar nicht, aber mir um so mehr. Ich schrieb in den nächsten Jahren, so bis Ende 20, hunderte von Gedichten.

Ist die Akademie der Abenteuer nach dem 3. Band beendet, oder werden noch mehr Bände folgen?

Boris Pfeiffer: Es werden vier Bände, dann ist die Geschichte zu Ende. Ich wusste von Anfang an, dass ich neben den „Drei ??? Kids“ und den bereits geplanten „Unsichtbar und trotzdem da!“ keine weitere unbefristete Geschichte schreiben wollte, sondern eine abgeschlossene. So, wie ich das auch mit meinem Autorenfreund André Marx zusammen beim „Wilden Pack“ gehalten habe.

Ich hätte die Akademie auch über sieben bis zehn Bände schreiben können. Ich hatte das sogar vor. In mir leben Ideen dafür, die sich dann und wann aufbäumen und fragen, warum ich sie verlassen habe. Der Verlag fand dann aber vier Bände richtig.

Wie kommen Sie auf die Namen in ihren Welten die sie erschaffen?

Boris Pfeiffer: Die Namen sind manchmal gleich da, wenn ich eine Figur vor mir sehe. Oder sie schleichen sich hinterrücks an und überrumpeln mich dann mitten beim Schreiben. Das Wichtigste ist wohl, dass ich nicht versuche, sie herbeizuzwingen. Erzwungene Namen sind nicht gut. Das ist mir nämlich einmal mit einer Figur passiert und ich ärgere mich heute noch darüber, dass sie sie zu schnell so genannt habe.

Im August haben Sie eine neue Serie herausgebracht „Unsichtbar und trotzdem da!“ Würden Sie kurz beschreiben um was es sich hier dreht?

Boris Pfeiffer: Das sind Berlin-Krimis. Dabei ist Berlin nicht nur Kulisse, sondern neben den Hauptfiguren ein weiterer Protagonist. Die Großstadt in ihrer Verrücktheit und Mannigfaltigkeit, mit ihren wechselnden Gesichtern und Orten, in ihrer Unberechenbarkeit. In den verschiedenen Stadtvierteln stehen alte Villen neben gläsernen Wolkenkratzern, es gibt typische Berliner Wohnblocks mit ihren Innenhöfen, den langen Keller- und Dachbodensystemen … Da sind Kleingärten, Wassergrundstücke, versteppte Bungalowgebiete, wüstenartige Baustellen, Häfen, Schrottplätze, Seen und Wälder, unterirdische Kanäle und U-Bahnen, prächtige Museen oder ein Jahrmarkt im Neubaugebiet – alles ist drin. Und mitten in diesem aufregenden Sammelsurium lauern seine unheimlichsten Bewohner: die Menschen.

Niemand kennt diese Stadt und ihre Bewohner besser als ihre Kinder. Außerdem sind Kinder in der Großstadt, wenn sie wollen, so gut wie unsichtbar. Sie werden ja sowieso dauernd übersehen, überhört, übergangen. Doch weil die Unsichtbar-Affen – so nennt sich die Detektiv-Bande – wendig und mit Grips ausgestattet sind, gibt es für sie gerade deswegen in der Stadt so gut wie keinen unerreichbaren Ort.

Unsichtbar-Affen nennen sich Jenny, Addi und Ağan aus mehreren Gründen. Positiven und negativen. Negativen, weil sie als Kinder, wie schon gesagt, viel zu oft übersehen werden. Positiven, weil sie den Spieß auch umdrehen können. Wer unsichtbar ist, der kann mehr sehen und erkunden als einer, der überall auffällt … Und Affen werden die Kinder sowieso dauernd genannt: „Halt keine Maulaffen feil, Ağan!“ – „Du benimmst dich wieder wie ein dummer Affe, Addi!“ – „Mach doch nicht so ein Affentheater, Jenny!“ Und überhaupt: „Seid nicht so affig!“

Machen wir unserem Namen also Ehre, haben sich Jenny, Addi und Ağan vorgenommen: Seien wir affengeil – mit Affenzahn …

Entstehen die Ideen während des Schreibens oder haben Sie vorher schon eine genaue Vorstellung von den Welten und wie es weiter geht?

Boris Pfeiffer: Ich denke sehr viel vorher über das Buch nach. Das schließt das Schreiben aber nicht aus. Wenn ich nachdenke, mache ich mir auch Notizen. Im Kopf oder noch häufiger auf einem Block.

Im Moment denke ich seit einem Monat jeden Tag lesend und notierend über den vierten Band der Akademie nach.

Beim Schreiben selbst passiert dann noch einmal sehr viel. Vieles wandelt sich und findet andere Bahnen, fällt weg oder entwickelt sich ganz anders, als ich gedacht habe. Aber die Geschichte entsteht erstmal im Kopf. Auch wenn es sie am Ende nur noch auf dem Papier gibt.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht „Erwachsenenliteratur“ zu schreiben?

Boris Pfeiffer: Ja, das habe ich. Das habe ich sogar schon getan. Viele meiner Gedichte – die ich nicht aufgehört habe zu schreiben – sind für Erwachsene. Ich habe auch Erwachsenengeschichten geschrieben, aber die liegen alle in ein paar großen Körben oder sind auf alten Disketten vergraben. Es gibt auch Ideen für Erwachsenenbücher, die mich seit längerem begleiten. Eine für einen ziemlich heftigen Thriller.

Vielleicht wird es aber auch was Sanftes, wenn ich es mal schreibe. Ich weiß es noch nicht.

Ich kann mein Schreiben auch nicht so komplett einzäunen, das ist für die ganz Kleinen oder die Älteren oder nur für die Großen … Meistens finden die Großen in meinen Büchern für die Kleinen etwas, das sie mögen. Zumindest ist das so beim „Wilden Pack“, „Unsichtbar und trotzdem da!“ und „Die Akademie der Abenteuer“.

Wenn ich wirklich mal finde, ich müsste jetzt ein Buch nur für Erwachsene schreiben, dann tue ich es.

Sie schreiben manche Bücher alleine und manche mit Partner. Was gefällt Ihnen besser?

Boris Pfeiffer: Das kann ich nicht vergleichen. Wenn es zu zweit so geht wie mit André Marx, Felix Huby, Ilona Schulz oder Ulf Blank, ist das zu zweit Schreiben eine großartige Sache. Ich bin aber auch schon mit anderen Autoren daran gescheitert. Nicht alle können gut zusammen eine Geschichte schreiben.

Wenn ich wählen müsste, würde ich alleine schreiben, weil ich weiß, dass ich das kann und gerne tue.

Mit meinen Autorenfreunden, mit denen ich gut zusammen geschrieben habe, würde ich es wieder tun. Mit neuen Menschen muss man ausprobieren.

Was war ihr erstes Buch, welches veröffentlicht wurde?

Boris Pfeiffer: Genau genommen war es ein Theaterstück: „Bosana“. Das war 1993 und wurde von der Autorenagentur in Frankfurt verlegt. Das erste Buch war „Kira und Buttermilch“, das 2003 bei Kosmos erschien, vielleicht aber auch „Ananas e il cane di neve“, das in einer Mini-Auflage von 50 Stück mit den Bildern des Malers Alberto Zamboni um das Jahr 2000 in Italien gedruckt wurde, nur, dass der Verlag privat und sehr klein war …

Wissen Sie noch wie das Gefühl war, als es in der Buchhandlung dann überall zu sehen war?

Boris Pfeiffer: Nicht so wichtig. Toll war die Arbeit mit dem Verlag, mit der Lektorin, das Schreiben selbst. Beim Theaterstück war es noch extremer. Da haben wir erst das Stück gespielt und dann wurde es nach 50 Vorstellungen verlegt. Das geht mir heute immer noch so. Das Wichtigste ist das Schreiben des Buches. Ich gehe danach nicht in die Läden und gucke nach meinen Büchern. Ich denke und arbeite lieber an einer neuen Geschichte oder unterhalte mich mit meinen LeserInnen über meine Bücher.

Der Stolz auf die eigene Arbeit ist in mir nicht sooo groß. Ich liebe meine Bücher und ich liebe, was ich tue. Und ich möchte auch, dass sie gelesen werden. Aber die Buchhandlung ist nur ein Ort, wo sie auftauchen, wenn sie gedruckt sind.

Ein wundervolles Erlebnis war allerdings einmal, als ein größeres Mädchen mit einem Kinderbuch von mir in den Armen bei einer Lesung auf mich zukam und mich bat, es zu signieren, denn es wäre das erste Buch gewesen, das sie alleine gelesen hätte und sie würde es immer lieben. Ich denke, das war ein wahrer Glücksmoment.

Was haben Sie als Kind gerne gelesen?

Boris Pfeiffer: Michael Ende, Astrid Lindgren, Ottfried Preußler, und einige mehr, wie die oben genannten Krimis. Aber ich habe auch Comics gelesen. Und „Die Grüne Wolke“! Oder „Das Geheimnis der orangefarbenen Katze“. Oder die ganze Rotfuchs-Reihe und viel vom alten Beltz & Gelberg Verlag, die ganzen orangen Bücher … Oder ich habe die Platten vom Grips-Theater gehört.

Einmal kam übrigens der alte Herr Gelbert nach einer Aufführung meiner Theater- und Regiearbeit „Für die Katz“ (in Zürich, für Erwachsene) und sagte, so gut hätte er die Texte von Robert Walser noch nie zuvor erlebt. Das war auch so ein Glücksmoment.

Lesen Sie heute noch gerne Kinderbücher?

Boris Pfeiffer: Nicht so viel aber ab und zu. Ich denke manchmal, ich sollte mehr Kinderbücher lesen. Aber dann schreibe ich doch wieder. Und abends lese ich dann oft lieber andere Sachen. Das liegt natürlich auch daran, dass ich keine eigenen Kinder habe.

Welches ist ihr Lieblingsbuch?

Boris Pfeiffer: Das gibt es nicht. Obwohl, tief in mir lebt eine Geschichte doch ganz besonders: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und Jim Knopf und die Wilde 13.

Haben Sie Tipps für angehende Autoren, gerade im Bereich der Kinder- und Jugendbücher?

Boris Pfeiffer: Zuerst mal muss man schreiben und das lieben und wollen. Dann muss man für Kinder schreiben wollen. Und nicht nur, weil man denkt, das sei leichter oder so. Das ist es nicht. Viel zu viele Leute denken, man könne mal eben so ein Kinderbuch schreiben, da gehöre ja weniger zu. Das zu denken, ist ein fataler Irrtum.

Und man muss man am Schreiben arbeiten. Es steckt viel mehr Handwerk und Überarbeitung drin, als die meisten glauben. Und auch Disziplin.

Außerdem muss man Menschen kennenlernen, die dieses Sachen lesen und verlegen wollen. Man muss lernen können und zuhören und das eigene Schreiben auch dann noch lieben, wenn die anderen einem sagen, man solle alles anders machen.

Trotzdem muss man klug genug sein zu verstehen, warum die das sagen und sich und seine Arbeit nun wieder befragen, ob das stimmen könnte oder warum sie das gesagt haben. Das ist auch nicht so leicht.

Am Ende muss man sich vertrauen in seiner Arbeit und trotzdem auf die anderen, die man für wichtig hält, hören können …

Ich glaube, wenn das klappt, kann man ein Buch veröffentlichen.

Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben die Fragen zu beantworten.

Boris Pfeiffer: Das war schön, diese Fragen zu hören und sie zu beantworten.

©Tine Schweizer

Das signierte Exemplar von „Die drei ??? Kids“ hat gewonnen Nicki S.

______________________________________________________________________________

Homepage von Boris Pfeiffer

Rezension zu

Akademie der Abenteuer Bd. 1

Akademie der Abenteuer Bd 2.

 

 

Wer noch Fragen an den Autor hat, kann diese noch bis zum 04. Oktober HIER stellen

Advertisements

3 Kommentare zu „Interview mit Boris Pfeiffer

  1. Danke für das Interview!

    Ich bin vor kurzem auf den Autor aufmerksam geworden durch die Akademie der Abenteuer und werde bald Band 1 lesen. Bin schon total gespannt 🙂

    LG Claudia

Wenn du willst, dann schreib doch was dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s