Buchmenschen 5 Fragen an...

[Buchmenschen] 5 Fragen an… Wolma Krefting

Würden Sie sich den Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Wolma Krefting und ich bin bekennende Erbsenzählerin, sprich selbstständige Lektorin und Korrektorin, außerdem auch Texterin und Übersetzerin.

 

Welche Aufgabe haben Sie in ihrem Verlag und wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Da ich Freelancer bin, arbeite ich nicht nur für Verlage, sondern auch für Agenturen, Unternehmen und Privatpersonen. Der Löwenanteil meiner Aufträge aber kommt aus dem Verlags- bzw. Buchbereich, in letzter Zeit auch verstärkt direkt von Autoren, die ihre Werke selbst veröffentlichen (Self-Publisher). Ich lektoriere/korrigiere nicht nur belletristische Werke, sondern auch Fach- und Sachpublikationen. Aber gerade die Vielfalt finde ich so spannend, da Anspruch und Anforderung je nach Lektoratsauftrag so stark variieren.
Bei einem Roman sind natürlich ganz andere Dinge zu beachten als beispielsweise bei einem Handbuch fürs Zeichnen und Skizzieren, das sich an Studenten der Landschaftsarchitektur richtet. Wieder andere Aspekte gelten bei einer Dokumentation, die die Historie eines Automobilkonzerns zum Thema hat.
Ich muss also immer die Leserschaft, also die ‚Zielgruppe‘ im Fokus haben und wissen, was mit einem Buch vermittelt werden soll. Das kann literarische Unterhaltung, faktische Information oder ein Leitfaden zu Bildungszwecken sein. Entsprechend unterschiedlich ist die jeweils verwendete Sprache. Ich kann mit Wörtern und Formulierungen Geschichten erzählen und das Kopfkino des Lesers füttern, aber auch präzise und schnörkellos wissenschaftliche Sachverhalte darstellen. Die Hauptkriterien sind aber stets Lesefreundlichkeit und Verständlichkeit.
Das bedeutet: Sätze kürzen, verlängern oder auch umstellen, passendere Wörter und Formulierungen finden und – nicht zu unterschätzen – eine Menge Recherchearbeit, sowohl formal als auch inhaltlich. Mit der Sprache zu spielen, die Möglichkeiten des Sprachlichen auszuschöpfen, das ist das Faszinierende und Schöne an meinem Beruf.
Meine ‚Spezialität‘ ist das Übersetzungslektorat, d. h. das Gegenlesen und Optimieren von Publikationen, die aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt worden sind. Die Besonderheit dabei ist, die sprachlichen Eigenheiten (z. B. Redensarten, umgangssprachliche Floskeln etc.) so ins Deutsche zu übertragen, dass die Verständlichkeit für deutsche Leser erhalten bleibt, ohne den ursprünglichen Schreibstil des Verfassers allzu sehr zu verändern.
Letzteres gilt selbstverständlich für jede Art des Lektorats und dass ich natürlich immer auch ein wachsames und scharfes Auge auf Grammatik, Orthografie und Interpunktion habe, versteht sich von selbst.

 

Wie sind sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Schon als Kind habe ich unheimlich viel gelesen, mich später auch ganz allgemein mit Literatur und Linguistik als Wissenschaft beschäftigt und folgerichtig Anglistik/Amerikanistik studiert. Wie das Leben so spielt, bin ich dann aber lange Jahre in administrativen und kaufmännischen Jobs tätig gewesen, habe aber meine große Liebe, die Sprache bzw. Sprachen, nie aus den Augen verloren. Die Idee, mich selbstständig zu machen, spukte auch schon geraume Zeit in meinem Kopf herum, bis ich dann – nach reiflicher Überlegung – vor ca. fünf Jahren endlich diesen Schritt gemacht habe. Trotz der harten Anfangszeit, die wohl jeder Existenzgründer kennt, habe ich meine Entscheidung nie bereut, denn ich habe meinen Traumjob gefunden.

Wie wirkt sich ihr Beruf auch auf ihr privates Leseverhalten aus?

Da ich beruflich viel lese, kommt die private Lektüre oft ein wenig zu kurz. Weil ich durch meinen Job aber so viel Neues kennenlerne, das mir normalerweise verschlossen geblieben wäre, macht mir das nichts aus.

 Sie stehen in einer riesigen Bibliothek, in der alle Bücher dieser Welt vorhanden sind, und dürften 3 davon aussuchen, welche wären das?

Hm, da werde ich jetzt mal ein bisschen tricksen und sage:
die Gesamtausgabe von Oscar Wilde, die von Edgar Allan Poe und die von Franz Kafka, jeweils in einem Band.

©Tine Schweizer

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