Literatur trifft Kochtopf

Literatur trifft Kochtopf mit Micaela Jary

Micaela Jary

Autorin von

Sehnsucht nach Sansibar

Die Bucht des blauen Feuers

und am 16. September 2013 erscheint ihr neuester Roman

Das Bild der Erinnerung

Mein Lieblingsgericht

ist Pasta. Ich liebes alles, was irgendwie mit Nudeln zu tun hat, am liebsten eigentlich Spaghetti Vongole. Und wie man die macht, hat mir mal ein Fischer auf dem Fischmarkt in Venedig erklärt, aber seltsamerweise lässt sich das auch nur dort so zubereiten; zuhause in München oder Berlin klappt das nie. Deshalb habe ich hier ein anderes Rezept aufgeschrieben, das ich auch sehr mag, weil man sehr viel damit machen kann – und es erinnert mich an meine Großmutter.

Mein Lieblingskochbuch

ist das alte Kochbuch meiner Großmutter, das ich noch in einer völlig zerflederten Ausgabe besitze, das aber immer wieder neu aufgelegt wird: Das „Kiehnle Kochbuch“ ist ein Klassiker und für alle Koch-Gelegenheiten nützlich. Ich habe übrigens eine zeitlang Kochbücher aus aller Welt gesammelt. Leider reichte irgendwann der Platz nicht mehr aus und ich musste mir ein neues Hobby suchen.

http://www.amazon.de/Kiehnle-Kochbuch-große-Grundkochbuch-Rezepten/dp/3775005803/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1369656936&sr=1-1&keywords=kiehnle-kochbuch

Kochen/Backen bedeutet für mich

Entspannung und Geselligkeit, es macht mich irgendwie glücklich, zumal das Ergebnis relativ rasch mit fast allen Sinnen wahrzunehmen ist. Ich esse auch gerne. Die Freude beginnt schon beim Einkaufen – ich kaufe sehr gerne Lebensmittel ein, und wenn ich dann in der Küche mit der Zubereitung beschäftigt bin, höre ich Radio, trinke gegebenenfalls ein Glas Wein und freue mich, wenn mir etwa mein Mann Gesellschaft leistet und von seinem Tag erzählt. Ich bin eine ganz spießige Hausfrau und bereite fast jeden Tag eigenhändig das Abendessen zu. Grundsätzlich kann ich auch nichts außer kochen – nur schreiben.

Mein Lieblingsgericht aus der Kindheit

ist eigentlich Spaghetti mit Tomatensauce – und der Apfel-Pfannkuchen meiner Oma (siehe Rezept). Ich besitze ein Schlesisches Kochbuch und darin lese ich gelegentlich, um Rezepte wiederzufinden, die mich an die Gerichte erinnern, die meine Familie bevorzugte (meine Mutter stammte aus Liegnitz im damaligen Niederschlesien, mein Vater aus der Nähe von Kattowitz/Oberschlesien). Die Klöße meiner Mutter waren berühmt, aber die kriege ich nicht einmal ansatzweise so hin.

Rezept

Micaela Jary’s Pfannkuchen

200 g Mehl (jeweils ½ Dinkelmehl Type 1050 und fein gemahlenes Buchweizenmehl)

1 Eigelb

1 ganzes Ei

3 EL Milch

325 ml Wasser

50 ml Sahne

Prise Salz

Butter

Die Zutaten (bis auf die Butter) zu einem glatten Teig verrühren, danach etwa 30 Min. abgedeckt stehen lassen und anschl. noch einmal gut durchrühren. Diese Menge ist für zwei bis drei Personen berechnet und ergibt – je nach Dicke – etwa fünf Pfannkuchen. Das Rezept kann aber problemlos erweitert werden.

Butter in einer Pfanne auslassen (am besten eignen sich Crêpes-Pfannen aus Gusseisen) und den Teig mit einem Schöpfer portionsweise in die Pfanne geben, wenn möglich mit einem Rakel oder einem anderen Abstreichholz glatt streichen, so dass der Pfannkuchen gleichmäßig backen kann. Wenn der Teig gestockt und die Ränder angebräunt sind, den Teig wenden. Am besten geht das mit Hilfe eines großen Tellers. Dann die nächste Seite braten. Anschließend den/die fertigen Pfannkuchen im Ofen bei ca. 80 Grad Ober- und Unterhitze warm stellen bis der Teig aufgebraucht ist.

Das ist ein Grundrezept, zu dem es viele Variationsmöglichkeiten gibt.

Wer es herzhaft mag, gibt gekochten Schinken und geriebenen Emmentaler auf den fertigen Pfannkuchen; unter dem Grill wird er überbacken bis der Käse zerlaufen ist. Eine Alternative ist die norddeutsche Variante, die ich mit einem Rezept aus der Bretagne verfeinert habe: Zunächst Streifen von nicht zu fettem Frühstücksspeck in der Pfanne, dann den Teig darauf zerlaufen lassen und backen, anschl. Birnenstücke auf den fertigen Pfannkuchen legen und zerbröselten Roquefort-Käse und alles kurz im Grill überbacken. Vegetariern schmecken Gemüsewürfel, Tomatenstückchen oder Champignons als Belag.

Der süße Gaumen freut sich über Apfelscheiben, die – wie beim Schinkenspeck – vor der zweiten „Runde“ mitgebacken werden, anschl. eine Mischung aus Zimt und Zucker über den Pfannkuchen streuen. Oder aus cremigen Magerquark mit Joghurt, Vanille und Blaubeeren (Heidelbeeren) eine Palatschinken-Füllung herstellen. Und da das Rezept auch für Pancakes geeignet ist, kann man die Pfannkuchen pur in Ahornsirup ertränken.

Wenn Pfannkuchen übrig bleiben sollten, diese abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Sie halten gut einen Tag und können noch einmal in der Pfanne aufgewärmt oder im Ofen überbacken werden. Alternativ die Pfannkuchen in kurze, schmale Streifen schneiden und als Einlage für eine klare Brühe oder Gemüsesuppe verwenden, dann sind das Flädle.

Natürlich kann man Pfannkuchen auch ausschließlich aus normalem Weißmehl produzieren, so hat sie meine Großmutter früher gemacht. Ich habe mich aber für die gesündere und kalorienärmere Variante entschieden, die ausgezeichnet schmeckt. Außerdem werden die französischen Galettes und auch die amerikanischen Pancakes tatsächlich aus Buchweizen hergestellt. Buchweizen gibt es im Bio-Laden, wo er auch zu feinem Mehl gemahlen wird.

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